{"id":10468,"date":"2022-05-14T19:57:47","date_gmt":"2022-05-14T17:57:47","guid":{"rendered":"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/?p=10468"},"modified":"2022-05-14T19:58:18","modified_gmt":"2022-05-14T17:58:18","slug":"einschleichende-einsamkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/einschleichende-einsamkeit\/","title":{"rendered":"Einschleichende Einsamkeit"},"content":{"rendered":"<span class=\"span-reading-time rt-reading-time\" style=\"display: block;\"><span class=\"rt-label rt-prefix\">Lesezeit:<\/span> <span class=\"rt-time\"> 10<\/span> <span class=\"rt-label rt-postfix\">Minuten<\/span><\/span><div data-object_id=\"10468\" class=\"cbxwpbkmarkwrap cbxwpbkmarkwrap_guest cbxwpbkmarkwrap_user_cat cbxwpbkmarkwrap-post \"><a role=\"button\"  data-redirect-url=\"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10468\"  data-display-label=\"1\" data-show-count=\"1\" data-bookmark-label=\"MERKEN\"  data-bookmarked-label=\"GEMERKT\"  data-loggedin=\"0\" data-type=\"post\" data-object_id=\"10468\" class=\"cbxwpbkmarktrig  cbxwpbkmarktrig-button-addto ld-ext-left\" title=\"Bookmark This\" href=\"#\"><span class=\"cbxwpbkmarktrig-icon\"><\/span><span class=\"ld ld-ring ld-spin\"><\/span><span class=\"cbxwpbkmarktrig-label\" >MERKEN (<i class=\"cbxwpbkmarktrig-count\">0<\/i>)<\/span><\/a> <div  data-type=\"post\" data-object_id=\"10468\" class=\"cbxwpbkmarkguestwrap\" id=\"cbxwpbkmarkguestwrap-10468\"><div class=\"cbxwpbkmarkguest-message\"><div class=\"cbxwpbkmarkguest-message-head\"><span class=\"cbxwpbkmarkguest-message-head-label\">Please login to bookmark<\/span><a class=\"cbxwpbkmarkguesttrig_close\" role=\"button\" title=\"Click to close bookmark panel\/modal\" href=\"#\" ><i class=\"cbx-icon\"><?xml version=\"1.0\" encoding=\"utf-8\"?>\n<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"2\" stroke-linecap=\"round\" stroke-linejoin=\"round\"><line x1=\"18\" y1=\"6\" x2=\"6\" y2=\"18\"><\/line><line x1=\"6\" y1=\"6\" x2=\"18\" y2=\"18\"><\/line><\/svg><\/i><i class=\"sr-only\">Close<\/i><\/a><\/div><div class=\"cbxwpbkmarkguest-content\">\n<div class=\"cbx-chota\"><div class=\"container\"><div class=\"row\"><div class=\"col-12\"><div class=\"cbx-guest-wrap cbxwpbookmark-guest-wrap\"><div class=\"cbx-guest-login-wrap cbxwpbookmark-guest-login-wrap\"><form name=\"loginform\" id=\"loginform\" action=\"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/wp-login.php\" method=\"post\"><p class=\"login-username\">\n\t\t\t\t<label for=\"user_login\">Benutzername oder E-Mail-Adresse<\/label>\n\t\t\t\t<input type=\"text\" name=\"log\" id=\"user_login\" autocomplete=\"username\" class=\"input\" value=\"\" size=\"20\" \/>\n\t\t\t<\/p><p class=\"login-password\">\n\t\t\t\t<label for=\"user_pass\">Passwort<\/label>\n\t\t\t\t<input type=\"password\" name=\"pwd\" id=\"user_pass\" autocomplete=\"current-password\" spellcheck=\"false\" class=\"input\" value=\"\" size=\"20\" \/>\n\t\t\t<\/p><p class=\"login-remember\"><label><input name=\"rememberme\" type=\"checkbox\" id=\"rememberme\" value=\"forever\" \/> Angemeldet bleiben<\/label><\/p><p class=\"login-submit\">\n\t\t\t\t<input type=\"submit\" name=\"wp-submit\" id=\"wp-submit\" class=\"button button-primary\" value=\"Anmelden\" \/>\n\t\t\t\t<input type=\"hidden\" name=\"redirect_to\" value=\"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10468\" \/>\n\t\t\t<\/p><\/form><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Einsamkeit \u2013 Teil 2<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Immer erreichbar und doch allein \u2013 Wenn sich die Einsamkeit einschleicht<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sind oft leise, aber immer dunkle T\u00f6ne der Einsamkeit, die sich nicht selten bei Besuchen und Gespr\u00e4chen in mein Bewusstsein einschleichen. Der Einsamkeitsblues klingt verschieden, aber er geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen d\u00fcsteren Lebensmelodien. Da t\u00f6nt das schlimme Gef\u00fchl nicht mehr gebraucht zu werden. Da meldet sich der Mollton der Angst, vor dem Wochenende, an dem wieder das unertr\u00e4gliche Gef\u00fchl pulsiert, dass einem die Decke auf den Kopf f\u00e4llt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Melodien der Einsamkeit: trist, tr\u00e4ge und tragisch. Jeder Dritte, so ermittelte Forsa hat Angst vor dem Alleinsein im Alter, jenem melancholischen Schlussakkord. Und die Experten sagen, dass die einsamsten Menschen heute die zwischen 30 und 40 Jahren sind. Mitten im Leben ist es einsam geworden. Es ist also gar nicht, wie meist vermutet, die \u00e4ltere Generation. Einsamkeit ist ein Massenph\u00e4nomen geworden und das in der sogenannten Kommunikationsgesellschaft. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-theme-palette-9-color has-theme-palette-2-background-color has-text-color has-background wp-block-heading\"><strong>Wir sind immer erreichbar und doch allein. <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Und &#8211; seien wir ehrlich &#8211; in jedem von uns gibt es verborgene Winkel, in denen sich die Einsamkeit hineingewoben hat, wie Spinnweben auf einem Dachboden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einsamkeit ist nicht erst ein Ph\u00e4nomen unserer Zeit. Schon immer haben sich Menschen einsam, allein gelassen und ausgegrenzt gef\u00fchlt. Einsamkeit geh\u00f6rt zum Menschsein. Wir h\u00f6ren einige Schlaglichter aus der Bibel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-7-background-color has-background has-small-font-size wp-block-paragraph\"><strong>\u201eEs ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der hei\u00dft auf Hebr\u00e4isch Betesda. Dort sind f\u00fcnf Hallen; in denen lagen viele Kranke, Blinde, Lahme, Ausgezehrte. Es war aber dort ein Mensch, der lag achtunddrei\u00dfig Jahre krank. Als Jesus den liegen sah und vernahm, dass er schon so lange gelegen hatte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen.\u201c<\/strong> Johannes 5:2-7<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit Jahrtausenden wird dieser Satz gesprochen:<strong><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-theme-palette-2-color\"> \u201eIch habe keinen Menschen.\u201c <\/mark><\/em><\/strong>Was steckt in diesen Worten <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-theme-palette-2-color\"><strong><em>\u201eIch habe keinen Menschen.\u201c<\/em><\/strong><\/mark> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bittere Entt\u00e4uschung? <br>Aufgestauter Frust? <br>Hoffnungslosigkeit? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In jedem Fall: Tiefe Einsamkeit und Resignation. \u201eIch habe keinen Menschen\u201c, sagt der Kranke. Ich bin auf mich selber angewiesen. Da ist niemand, auf den ich z\u00e4hlen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Psalmen, jenen aufgeschriebenen Gebetsliedern aus dem AT, klagen Menschen auch ihre Einsamkeit. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-7-background-color has-background has-small-font-size wp-block-paragraph\">\u201e<strong>Wende dich mir zu, Herr, und rechne meine Schuld nicht an, denn ich bin einsam und niedergeschlagen. Mir ist angst und bange, nimm diese Last von meinem Herzen!\u201c<\/strong> Psalm 25:16<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir begegnen hier dem Kombipack: Einsamkeit und Niedergeschlagenheit. Der Weg in die Depression f\u00fchrt oft \u00fcber die Einsamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-7-background-color has-background has-small-font-size wp-block-paragraph\"><strong>\u201eWas ich ihnen Gutes getan habe, zahlen sie mir mit B\u00f6sem heim. Ich bin einsam und verzweifelt.\u201c <\/strong>Psalm 35:12<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Leben widerf\u00e4hrt vielen guten Menschen B\u00f6ses. Und dann reagieren wir mit R\u00fcckzug und kapseln uns ein. Irgendwann drehen wir uns dann nur noch um uns, der Anfang der Verzweiflung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-7-background-color has-background has-small-font-size wp-block-paragraph\"><strong>\u201eIch kann nicht schlafen; ich bin verlassen und f\u00fchle mich wie ein einsamer Vogel auf dem Dach.\u201c <\/strong>Psalm 102:8<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einsam, weil ich verlassen wurde, ein Schicksal das so viele trifft, weil unsere Beziehungen so fl\u00fcchtig und br\u00fcchig sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-7-background-color has-background has-small-font-size wp-block-paragraph\"><strong>\u201eSchau zur Rechten und sieh: ich habe ja niemanden, der etwas von mir wissen will. Verloren gegangen ist mir jede Zuflucht, niemand fragt nach meiner Seele.\u201c<\/strong> Psalm 142:5<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es braucht nicht allzu viel Fantasie, um sich auszumalen wie einsam es um einen geworden ist, wenn niemand mehr etwas von uns wissen will und niemand mehr nach uns fragt. Und der Prophet Jeremia klagt \u00fcber seine Isolation: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-7-background-color has-background has-small-font-size wp-block-paragraph\"><strong>\u201eNie sa\u00df ich fr\u00f6hlich mit anderen Menschen zusammen, ich konnte nicht mit ihnen lachen. Nein, einsam war ich\u2026\u201c <\/strong>Jeremia 15:17<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis heute sagen Psychologen, dass Einsame nicht nur das sprechen verlernen, sondern auch das Lachen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Haben wir wahrgenommen, warum diese Menschen \u00fcber ihre Einsamkeit lamentieren? In diesen Texten klingen einige Gr\u00fcnde an: Den einen hat die Krankheit einsam gemacht. Er hat keinen, der ihm hilft, wenn es darauf ankommt; Schuld und Schuldgef\u00fchle machen einsam; ungesunde Scham macht einsam; Verletzungen, die uns zugef\u00fcgt wurden; Verlust der Geborgenheit; sp\u00fcrbare Ausgrenzung, schmerzhafte Trennungen, keine Einladungen zum feiern; gezielte Ignoranz, all das macht einsam.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle hier genannten Gr\u00fcnde sind topaktuell. Der Einsamkeitsblues wird immer noch nach der gleichen Melodie gespielt. Die erste negative Aussage im Sch\u00f6pfungsbericht betrifft das Alleinsein oder die Einsamkeit Adams. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-7-background-color has-background has-small-font-size wp-block-paragraph\"><strong>\u201eEs ist nicht gut, wenn Adam (der Mensch) allein ist.\u201c<\/strong> 1. Mose 2:18<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gottes Entwurf f\u00fcr ein gelingendes Leben markiert die Einsamkeit als Gefahr. Warum? Wir sind geschaffen mit dem Bed\u00fcrfnis Gemeinschaft mit anderen zu haben. F\u00fcr dieses Urbed\u00fcrfnis gibt es keinen Ersatz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einsamkeit tut weh, weil es ein Mangelzustand ist. Zuneigung fehlt. Liebe fehlt. N\u00e4he und W\u00e4rme fehlen und das Gef\u00fchl, f\u00fcr irgendeinen Menschen auf der Welt wichtig zu sein. Einsamkeit ist ein gef\u00e4hrlicher Zustand, weil dem Einsamen der Spiegel fehlt. Menschen, die ihn ermutigen und best\u00e4tigen, aber auch Freunde, die ihn kritisieren und korrigieren. Ganz einfach: Menschen, die mit ihm lachen und mit ihm weinen. Haben wir noch solche Menschen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings sind Beziehungen kein sicherer Schutz vor Einsamkeit, denn \u201eman kann sich auch in Gesellschaft anderer einsam f\u00fchlen.\u201c (Richard von Weizs\u00e4cker) Und dann gibt es da ja auch noch die Einsamkeit zu zweit. Man hat keinen Draht mehr zu einander, man hat sich nichts mehr zu sagen, h\u00f6rt sich nicht mehr zu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einsamkeit in der Ehe ist f\u00fcr viele die schlimmste Erfahrung. Da ist einer in der N\u00e4he, aber nicht nah. Da ist einer mit mir und doch so oft gegen mich. Nach statistischen Angaben f\u00fchlen sich ein Viertel aller verheirateten Leute verlassen. Ein hoher Prozentsatz heiratet, um das Alleinsein zu beenden und genauso viele lassen sich, weil sie so einsam sind, wieder scheiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hermann Hesse dichtete: \u201eLeben ist Einsamsein. Kein Mensch kennt den andern, jeder ist allein.\u201c Daran \u00e4ndert auch die Tatsache nichts, dass wir heute dank moderner Kommunikationstechnik fast an jedem Ort telefonieren, oder \u00fcberall Emails verschicken und empfangen. Und trotzdem, schleichend, ja fast unbemerkt breitet sich da etwas virusartig aus, was mit \u201emangelnder Sprachf\u00e4higkeit\u201c beschreiben wird. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Austausch von reiner Sachinformation, ist noch nicht unbedingt Kommunikation. Immer online, oder im www sein; st\u00e4ndig ein Handy am Ohr, macht uns noch nicht beziehungsf\u00e4hig. Viele sind nicht mehr f\u00e4hig etwas von sich zu erz\u00e4hlen, sich mitzuteilen, ihre Anerkennung auszudr\u00fccken, ihre Gef\u00fchle zu beschreiben, pr\u00e4zise Fragen zu stellen. Und das macht einsam. Gemeinsam einen Film anschauen ist noch keine Kommunikation. Auch Fernsehen kann sehr einsam machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-9-color has-theme-palette-2-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph\"><strong>Dazu kommt die andere Seite, wir verlernen es zuzuh\u00f6ren.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Menschen sind miese Zuh\u00f6rer. \u201eDu h\u00f6rst mir gar nicht zu!\u201c Ein (all zu wahrer) Standart-Vorwurf in Beziehungen aller Couleur. Verhaltensforscher sagen, dass die Kunst des Zuh\u00f6rens erlernbar ist, wie Mathematik oder eine Fremdsprache. Du kannst deine H\u00f6reffizienz mit systematischem Training in wenigen Monaten verdoppeln. Dazu musst du schlechte Gewohnheiten abstellen. Wer telefoniert und gleichzeitig im Web surft oder Emails checkt, darf sich nicht wundern wenn sein Gespr\u00e4chspartner am anderen Ende den Eindruck hat: \u201eDer h\u00f6rt mir gar nicht richtig zu!\u201c Und Einsame Menschen haben einen Sensor daf\u00fcr, ob wir ihnen zuh\u00f6ren oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einsame Leute sind also nicht unbedingt Menschen, die keine Kontakte haben. Aber ihre Kontakte haben ihren Tiefgang und ihre Bindekraft verloren. Sie finden keinen gemeinsamen Anker mehr und so verliert sich vieles und treibt auseinander.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fachleute sprechen von einem \u201einteraktiven Dilemma der Einsamkeit\u201c. Damit beschreiben sie, dass einsame Menschen, ob gewollt oder nicht \u2013 unter dem Einfluss der Einsamkeit, soziale Einstellungen, Verhaltensweisen und Gef\u00fchle kultivieren, die immer mehr vom gesellschaftlichen Standard abweichen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das erweist sich bei dem Versuch, eine Beziehung zu einem anderen Menschen aufzubauen in doppelter Hinsicht als fatal: Zum einen, weil einsame Leute zu einem selbst bezogenen Kommunikationsstil neigen, d.h. sie k\u00f6nnen oft nur noch in einem unzureichenden Ma\u00df auf die kommunikativen Bed\u00fcrfnisse ihres Gegen\u00fcbers eingehen. Solche Leute texten uns zu mit Monologen. Sie fragen gar nicht mehr: \u201eWie geht\u2019s denn dir? Was denkst denn du?\u201c Zum anderen vertreten einsame Leute inhaltlich oft Einstellungen, die destruktiv oder zynisch erscheinen. Kein Wunder, wenn sich andere dann abgrenzen und dicht machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch so weit muss es nicht kommen. Wir k\u00f6nnen gegensteuern. Sicher kennt jeder Phasen, in denen er sich einsam f\u00fchlt. Und das kann ganz nat\u00fcrlich sein. Vielleicht haben wir erst vor kurzem durch den Tod einen lieben Menschen verloren. Vielleicht stecken wir gerade in einer Trennungskrise oder Scheidungsphase. Oder wir mussten durch einen Umzug viele alte Kontakte abbrechen. Es gibt viele Umbr\u00fcche, die uns Einsamkeit f\u00fchlen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbst ein Baby kann Einsamkeitsgef\u00fchle ausl\u00f6sen. Eine junge verheiratete Frau mit einer 13 Monate alten Tochter schreibt: \u201eMir ist nicht klar gewesen, wie anstrengend es ist, wenn man immer im Dienst ist, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Meine Vorstellung war, ich werde mein Kind freudestrahlend nehmen und mich mit anderen M\u00fcttern treffen, das wird toll. Doch M\u00fctter mit Kindern unter einem Jahr sind eigentlich nur damit besch\u00e4ftigt, ihr Baby zu versorgen \u2013 man kommt kaum dazu miteinander zu reden. Vielleicht sind diese Frauen auch einsam, aber ich denke manchmal, ich bin die einzige, die es zugibt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In begrifflicher Hinsicht ist es sicherlich gut zwischen \u201eEinsamsein\u201c und \u201eAlleinsein\u201c zu trennen. Das ist hilfreich aber es hilft nicht immer. Einsamkeit ist ein unangenehmes Gef\u00fchl. Alleinsein ist ein Zustand, der durchaus auch angenehm ist: Wenn die Kinder endlich im Bett sind. Wenn die Sch\u00fcler alle auf dem Pausenhof sind. Wenn wir Zeit f\u00fcr uns selbst und unsere Gedanken haben\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck zur Einsamkeit. Es lassen sich grob drei Phasen der Einsamkeit unterscheiden \u2013 und die schauen wir uns mal kurz an:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>1. Die momentane, vor\u00fcbergehende Einsamkeit.<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Phase macht jeder im Leben mehrmals durch. Meistens ist eine solch kurze Zeit der Einsamkeit eine Reaktion auf \u00e4u\u00dfere Umst\u00e4nde. Ein Umzug, ein Krankenhausaufendhalt, der Auszug der Kinder. Das k\u00f6nnen Ausl\u00f6ser f\u00fcr eine momentan empfundene Einsamkeit sein. Eine solche Phase der Einsamkeit ist nicht sch\u00e4dlich. Sie kann hilfreich sein, sich den neuen Umst\u00e4nden anzupassen, sich zu sortieren, vielleicht auch neu zu orientieren, denn sie deutet eine Chance in meinem Leben an.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>2.<\/strong> <strong>Der langsame R\u00fcckzug<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einsamkeit schleicht sich ein. Sie beginnt unser Dauerbegleiter zu werden. Und dann ver\u00e4ndert sie uns in unserer Pers\u00f6nlichkeit. Meine F\u00e4higkeiten Kontakt aufzunehmen und mich mit anderen Menschen zu unterhalten nehmen langsam ab. Wir verlernen zu l\u00e4cheln und \u00fcber Allt\u00e4glichkeiten zu reden. Wir ziehen uns zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>3. Die chronische Einsamkeit<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser Phase dauern die Einsamkeitsgef\u00fchle Monate oder Jahre. Wir versteinern. Alle unsere F\u00e4higkeiten, Kontakt aufzunehmen und aufrechtzuerhalten, f\u00fcr andere attraktiv zu sein, Anerkennung aufzunehmen und auch auszudr\u00fccken, was ganz wichtig ist &#8211; verschwinden. Andere wissen nichts mehr mit uns anzufangen. \u201eDie redet ja sowieso nichts. Sitzt immer nur so steif da.\u201c Wir f\u00fchlen uns abgelehnt und unattraktiv und verlieren immer mehr das Vertrauen in unsere F\u00e4higkeiten. Es ist ein Teufelskreis. Wir ziehen uns zur\u00fcck, oder wir werden anderen gegen\u00fcber immer gereizter und \u201egiftiger\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun ist es mir aber auch wichtig zu sagen, dass es in unserem Leben auch einen gesunden Wunsch nach Einsamkeit gibt. Ein Bed\u00fcrfnis, das h\u00e4ufig aus der permanenten Belastung und Anspannung unseres Lebensstils entsteht, weil wir eben immer erreichbar sind und viele es auch sein m\u00fcssen. Unser Alltag schn\u00fcrt uns ein mit Verantwortung, Terminen und fordernden Kontakten. Alle wollen irgendetwas von uns und m\u00f6glichst schnell: Ein R\u00fcckruf, ein Email, einen Termin. Vermutlich k\u00f6nnen wir ein Lied davon singen. Deshalb brauchen wir auch die Einsamkeit, um verschnaufen zu k\u00f6nnen. Sich zeitweise v\u00f6llig frei und unabh\u00e4ngig zu f\u00fchlen ist nicht nur der Wunsch von skurrilen Einzelg\u00e4ngern oder Stresstypen. Selbst wenn wir gesellige und ausgeglichene Leute sind, versp\u00fcren wir dann und wann das Bed\u00fcrfnis, von niemandem angesprochen zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer Einsamkeit gleich als Bedrohung empfindet, verpasst seine Chance. Eine 30 j\u00e4hrige Journalistin schreibt: \u201eEs \u00e4rgert mich manchmal, das ich die Zeit der Einsamkeit nicht besser genutzt habe: Ich h\u00e4tte sto\u00dfweise B\u00fccher lesen oder eine neue Sprache lernen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alleinsein kann n\u00f6tig sein! Die Bibel versteht unter Einsamkeit nicht ein romantisches sich absondern von der b\u00f6sen Welt, sondern f\u00fcr sie ist Einsamkeit auch die Chance zur Bestandsaufnahme, zur Konzentration auf Wesentliches und zur Begegnung mit Gott. Denn Jesus ruft uns aus der Einsamkeit heraus in das Alleinsein mit ihm. Und das Alleinsein mit Jesus kann sich auch in einem voll besetzten Gottesdienst ereignen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von den ersten 30 Lebensjahren von Jesus ist nur wenig bekannt. Doch w\u00e4hrend der kurzen Zeit seines \u00f6ffentlichen Wirkens, zog er sich oft in die Einsamkeit zur\u00fcck. Sein Dienst begann damit, dass er vierzig Tage allein in der W\u00fcste lebte (Matth\u00e4us 4:1 ff). Jesus suchte bewusst die Einsamkeit, um sie zum Gespr\u00e4ch mit dem Vater zu nutzen. Bevor er seine zw\u00f6lf J\u00fcnger ausw\u00e4hlte, verbrachte er eine ganze Nacht allein auf einem einsamen Berg (Lukas 6:12). Als er die Nachricht vom Tode Johannes des T\u00e4ufers bekam, \u201efuhr er mit einem Boot allein in eine einsame Gegend\u201c (Matth\u00e4us 14:13). Auf bestimmte Nachrichten in unserem Leben ist Einsamkeit eine angemessene Reaktion. Als er vor seiner letzten und schwersten Wegstrecke stand, suchte Jesus die Stille des Gartens Gethsemane auf (Matth\u00e4us 26:36 ff). Vor bestimmten Wegen ist Einsamkeit die beste Reisevorbereitung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Alleinsein und der Einsamkeit kann auch Kraft getankt werden. Wer mit sich ganz allein ist, kann seinen Gedanken einmal nachh\u00e4ngen, ohne von anderen bewertet oder zensiert zu werden. \u201eDie Frucht von Einsamkeit und Stille sind eine h\u00f6here Sensibilit\u00e4t f\u00fcr andere\u201c, sagt Richard Foster. Daraus erw\u00e4chst eine neue Freiheit mit anderen zusammenzusein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-9-color has-theme-palette-2-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph\"><strong>Nutze deine Einsamkeit, um Verbindung mit dem lebendigen Gott aufzunehmen. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kann durch ein ganz schlichtes Gebet passieren. In Psalm 68:7 hei\u00dft es, dass Gott den Einsamen ein Zuhause gibt. Das gilt auch heute Morgen. Die Einsamkeit muss uns nicht l\u00e4hmen und beziehungsunf\u00e4hig machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jener Mann, am Teich Betesda war einsam. 38 Jahre Einsamkeit lasteten auf ihm und lassen ihn diesen Satz sprechen: \u201eIch habe keinen Menschen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich wei\u00df nicht, wie viele von uns, das heute Morgen auch sagen k\u00f6nnten \u201eIch habe keinen Menschen!&#8220; Aber ich sage dir, du darfst diesen Satz umformulieren! Streiche einfach das \u201eK\u201c in keinen. Und sage nicht \u201eIch habe keinen Menschen!\u201c, sondern: \u201eIch habe einen Menschen!\u201c Wer kann das sein? Dieser eine Mensch ist der Mensch gewordene Sohn Gottes: Jesus. Und jeder, der ihm vertraut, der hat mindestens diesen einen Menschen an seiner Seite. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-9-color has-theme-palette-2-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph\"><strong>Und wer Jesus vertraut, der kann auch in tiefer Einsamkeit sagen: Ich habe einen Menschen, Jesus!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber kann Jesus denn meine Einsamkeit verstehen? Ja, er kann. Er kann unsere Einsamkeit verstehen, wie kein anderer. Denn Jesus wei\u00df, bis ins tiefste Tief seiner Existenz, was Einsamkeit ist. Er kannte Einsamkeit und Ablehnung. Er wusste, wie sich Ignoranz und Isolation anf\u00fchlen, denn er erfuhr sie in seinem Leben zur Gen\u00fcge. Und als es hart auf hart kam, da verlie\u00dfen ihn sogar die, die ihm immer das Gef\u00fchl gegeben hatten, nicht alleine zu sein. Seine engsten Vertrauen, seine J\u00fcnger flohen. Als er sie um ihre Unterst\u00fctzung in einer seiner einsamsten Stunden bat, da schliefen sie ein. Und als er am Kreuz hing, schrie er sich seine Einsamkeit aus dem Leib: \u201eMein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen?\u201c Dieser Jesus wei\u00df, was Einsamkeit ist!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil er alle, wirklich alle S\u00fcnden, alle Verbrechen, alle Gemeinheiten, allen Hass und alle L\u00fcge ans Kreuz nahm, deshalb war er einsam. Die S\u00fcnde trennte ihn von dem Heiligen Gott. Da riss jegliche Verbindung mit Gott ab. Und w\u00e4hrend er starb, zeriss im Tempel in Jerusalem der Vorhang vor dem Allerheiligsten und zwar von oben nach unten. Gott selbst hatte diesen Vorhang zerrissen, um zu zeigen: Jetzt ist der Weg zu mir wieder frei! Keiner muss in seiner Einsamkeit bleiben. Jeder kann jetzt zum mir, dem Vater kommen, weil mein Sohn Jesus, alles was uns trennte ausgel\u00f6scht hat. Jetzt muss niemand mehr in der Tiefe seiner Seele einsam sein. Denn seitdem Jesus die Verbindung zu unserem Vater im Himmel wieder hergestellt hat darf jeder, der sich auf Jesus verl\u00e4sst sagen: Ich habe einen Menschen an meiner Seite, n\u00e4mlich Jesus, den Sohn Gottes. Er ist mein F\u00fcrsprecher, mein Erl\u00f6ser, mein Tr\u00f6ster und Helfer. Und er kann mein einsames Herz ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus wurde f\u00fcr viele Menschen, die keinen Menschen hatten, der eine, der half und sie aus Einsamkeit und Verzweiflung riss. Wie viele Menschen in der Bibel haben diese Erfahrung gemacht! Nicht nur dieser Gel\u00e4hmte am Teich Betesda. Auch der Hauptmann von Kapernaum hatte keinen Menschen, der seinen Sohn gesund machen konnte und Jesus half ihm. Zach\u00e4us der Z\u00f6llner, war ein einsamer Kerl, weil er alle Welt betrogen hatte und Jesu lud sich bei ihm ein, um seine Einsamkeit zu beenden. Petrus, der drei mal behauptete Jesus nicht zu kennen, versackte in seinem Schmerz und seiner Einsamkeit, bis Jesus am Ufer des Sees Genezareth einen langen Spaziergang mit ihm machte und seine Einsamkeit beendete. Ja, Jesus ging sehr ungew\u00f6hnliche Wege, um Menschen aus ihrer Einsamkeit herauszuholen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese ungew\u00f6hnlichen Wege geht er bis heute, mit denen die einsam sind. Aus meinen dunklen Mollt\u00f6nen der Einsamkeit darf ein getragenes Duett in Dur werden. Vielleicht sogar eine frische mehrstimmige Melodie, die andere einl\u00e4dt fr\u00f6hlich einzustimmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Amen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Herkunft: predigtpreis.de<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link has-black-background-color has-text-color has-background wp-element-button\" href=\"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/\" style=\"color:#faeb00\">Zur\u00fcck zur Startseite<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div data-object_id=\"10468\" class=\"cbxwpbkmarkwrap cbxwpbkmarkwrap_guest cbxwpbkmarkwrap_user_cat cbxwpbkmarkwrap-post \"><a role=\"button\"  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