{"id":12868,"date":"2022-12-27T19:19:07","date_gmt":"2022-12-27T18:19:07","guid":{"rendered":"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/?p=12868"},"modified":"2022-12-27T19:20:48","modified_gmt":"2022-12-27T18:20:48","slug":"keine-ein-fache-sondern-eine-zwei-fache-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/keine-ein-fache-sondern-eine-zwei-fache-geschichte\/","title":{"rendered":"Keine ein-fache, sondern eine zwei-fache Geschichte"},"content":{"rendered":"<span class=\"span-reading-time rt-reading-time\" style=\"display: block;\"><span class=\"rt-label rt-prefix\">Lesezeit:<\/span> <span class=\"rt-time\"> 7<\/span> <span class=\"rt-label rt-postfix\">Minuten<\/span><\/span><div data-object_id=\"12868\" class=\"cbxwpbkmarkwrap cbxwpbkmarkwrap_guest cbxwpbkmarkwrap_user_cat cbxwpbkmarkwrap-post \"><a role=\"button\"  data-redirect-url=\"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12868\"  data-display-label=\"1\" data-show-count=\"1\" data-bookmark-label=\"MERKEN\"  data-bookmarked-label=\"GEMERKT\"  data-loggedin=\"0\" data-type=\"post\" data-object_id=\"12868\" class=\"cbxwpbkmarktrig  cbxwpbkmarktrig-button-addto ld-ext-left\" title=\"Bookmark This\" href=\"#\"><span class=\"cbxwpbkmarktrig-icon\"><\/span><span class=\"ld ld-ring ld-spin\"><\/span><span class=\"cbxwpbkmarktrig-label\" >MERKEN (<i class=\"cbxwpbkmarktrig-count\">0<\/i>)<\/span><\/a> <div  data-type=\"post\" data-object_id=\"12868\" class=\"cbxwpbkmarkguestwrap\" id=\"cbxwpbkmarkguestwrap-12868\"><div class=\"cbxwpbkmarkguest-message\"><div class=\"cbxwpbkmarkguest-message-head\"><span class=\"cbxwpbkmarkguest-message-head-label\">Please login to bookmark<\/span><a class=\"cbxwpbkmarkguesttrig_close\" role=\"button\" title=\"Click to close bookmark panel\/modal\" href=\"#\" ><i class=\"cbx-icon\"><?xml version=\"1.0\" encoding=\"utf-8\"?>\n<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"2\" stroke-linecap=\"round\" stroke-linejoin=\"round\"><line x1=\"18\" y1=\"6\" x2=\"6\" y2=\"18\"><\/line><line x1=\"6\" y1=\"6\" x2=\"18\" y2=\"18\"><\/line><\/svg><\/i><i class=\"sr-only\">Close<\/i><\/a><\/div><div class=\"cbxwpbkmarkguest-content\">\n<div class=\"cbx-chota\"><div class=\"container\"><div class=\"row\"><div class=\"col-12\"><div class=\"cbx-guest-wrap cbxwpbookmark-guest-wrap\"><div class=\"cbx-guest-login-wrap cbxwpbookmark-guest-login-wrap\"><form name=\"loginform\" id=\"loginform\" action=\"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/wp-login.php\" method=\"post\"><p class=\"login-username\">\n\t\t\t\t<label for=\"user_login\">Benutzername oder E-Mail-Adresse<\/label>\n\t\t\t\t<input type=\"text\" name=\"log\" id=\"user_login\" autocomplete=\"username\" class=\"input\" value=\"\" size=\"20\" \/>\n\t\t\t<\/p><p class=\"login-password\">\n\t\t\t\t<label for=\"user_pass\">Passwort<\/label>\n\t\t\t\t<input type=\"password\" name=\"pwd\" id=\"user_pass\" autocomplete=\"current-password\" spellcheck=\"false\" class=\"input\" value=\"\" size=\"20\" \/>\n\t\t\t<\/p><p class=\"login-remember\"><label><input name=\"rememberme\" type=\"checkbox\" id=\"rememberme\" value=\"forever\" \/> Angemeldet bleiben<\/label><\/p><p class=\"login-submit\">\n\t\t\t\t<input type=\"submit\" name=\"wp-submit\" id=\"wp-submit\" class=\"button button-primary\" value=\"Anmelden\" \/>\n\t\t\t\t<input type=\"hidden\" name=\"redirect_to\" value=\"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12868\" \/>\n\t\t\t<\/p><\/form><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Gleichnis vom verlorenen Sohn<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.biblegateway.com\/passage\/?search=Lukas+15&amp;version=LUTH1545\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">LUKAS 15<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eZwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust\u201c, hei\u00dft es in Goethes Faust. Gegens\u00e4tze und Ambivalenzen<sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"1\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000a3d0000000000000000_12868\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000a3d0000000000000000_12868-1\">1<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-0000000000000a3d0000000000000000_12868-1\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"1\"> Zwiesp\u00e4ltigkeit; Spannungszustand; Zerrissenheit der Gef\u00fchle und Bestrebungen<\/span>, machen gute Geschichten aus. Ohne zwei Seelen in seiner Brust w\u00e4re Goethes Faust vermutlich ein harmloser, ein angepasster Zeitgenosse und Charakter geworden. Interessante Figuren und gute Geschichten leben davon, dass zwei Seelen, zwei Wahrheiten, zwei Weltsichten miteinander streiten und ringen. Alles andere w\u00e4re einfach und simpel &#8211; ohne Drama, ohne Tragik, ohne Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch das Gleichnis vom verlorenen Sohn steht in der Gefahr, eine einfache und simple Geschichte zu werden. Die Gefahr besteht darin, dass man im Gleichnis vom verlorenen Sohn allein auf <em>einen<\/em> Sohn, auf den verlorenen Sohn, blickt. Doch das Gleichnis ist keine ein-fache, sondern eine zwei-fache Geschichte. Denn das Gleichnis erz\u00e4hlt von zwei S\u00f6hnen: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vom verlorenen Sohn zum einen und vom heimgebliebenen Sohn zum anderen. <br>\u201eZwei S\u00f6hne wohnen, ach! in unserem Gleichnis\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gottes Wort ist sch\u00e4rfer als ein zweischneidiges Schwert, hei\u00dft es in der Bibel (Hebr\u00e4er 4:12). Gottes Wort wirkt nicht ein-fach, sondern zwei-fach: Es klagt an und es tr\u00f6stet, es entlarvt und begnadigt, es richtet und erl\u00f6st. Martin Luther sagt, dass Gottes Wort auf zweifache Weise wirke: als Gesetz und als Evangelium. Das Wort Gottes als Gesetz deckt auf und klagt an: den Kleinglauben, die Selbstbezogenheit, die L\u00fcge, die Herzlosigkeit. Das Wort Gottes als Evangelium tr\u00f6stet und befreit: zum Gottvertrauen, zur Wahrheit, zur Barmherzigkeit, zur Gelassenheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch das Gleichnis vom verlorenen Sohn ist ein zweischneidiges Schwert. Es ist keine simple Geschichte, weil wir sie zwei-fach verstehen sollen: als Geschichte vom verlorenen Sohn und vom heimgebliebenen Sohn, als Geschichte im Doppelschritt von Gesetz und Evangelium.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Blicken wir, liebe Br\u00fcder und Schwestern, in einem ersten Schritt auf die sch\u00f6ne, die popul\u00e4re Seite im Gleichnis: Das ist die Geschichte des verlorenen Sohnes, in die das Evangelium eingwickelt ist!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>I.<\/strong> Jesus erz\u00e4hlt das Gleichnis vom verlorenen Sohn, um eine Gotteswahrheit zu veranschaulichen: Gott ist ein Liebhaber des Lebens; deshalb vergibt er allen, die reum\u00fctig erkennen, dass sie mit Worten und Taten Leben zerst\u00f6ren. Gott \u201enimmt die S\u00fcnder an\u201c, hei\u00dft es in der Hinf\u00fchrung zum Gleichnis.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann Leben zerst\u00f6ren durch Taten, indem man die Umwelt zerst\u00f6rt und Lebensr\u00e4ume asphaltiert, indem man t\u00f6tet, Tiere schlachtet und Menschen abschlachtet. Und man kann Leben zerst\u00f6ren durch Worte, indem man l\u00fcgt, Vertrauen zerst\u00f6rt, indem man Freundschaft mi\u00dfbraucht und Beziehungen aufk\u00fcndigt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>Der j\u00fcngere Sohn sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und nicht lange danach sammelte der j\u00fcngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Sohn k\u00fcndigt die Beziehung auf, weil er den Vater als Mittel zum Zweck mi\u00dfbraucht: als blo\u00dfen Erblasser. Das ererbte Geld wird mi\u00dfbraucht, weil es ohne Verantwortung verprasst wird. \u201eEigentum verpflichtet\u201c, hei\u00dft es deshalb im Grundgesetz. Aus dem einen verlorenen Sohn sind mittlerweile viele verlorene S\u00f6hne und T\u00f6chter geworden, die ihre Sch\u00e4tze und Reicht\u00fcmer allein f\u00fcr sich selbst verbrauchen wollen. Das private Leben und das pers\u00f6nliche Wohlergehen sind f\u00fcr viele wichtiger als die Verantwortung f\u00fcr die \u00f6ffentliche Sache. Vereine, Ch\u00f6re, Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und andere haben bereits viele S\u00f6hne und T\u00f6chter verloren \u2013 und verlieren Jahr um Jahr weitere. Dem verlorenen Sohn ist die eigene Freiheit und Selbstverwirklichung wichtiger als ein Leben in Verantwortung und in Beziehung: zum Vater, zum \u00e4lteren Bruder, zum Gesinde im Haus und zum Vieh auf dem Hof.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott vergibt dem S\u00fcnder, weil Gott ein Liebhaber des Lebens ist. Gott feiert ein Fest, weil ein Mensch wieder in\u2019s Leben gefunden hat: in\u2019s Vertrauen, in die Beziehung, in\u2019s Miteinander. Wenn man im d\u00e4mmernden Morgenlicht das Gesicht seines Mitmenschen erkennt, dann beginnt das Leben, sagt ein j\u00fcdisches Sprichwort. Der heimgekehrte, der in\u2019s Leben zur\u00fcckgekehrte Sohn ist dem Vater wichtiger als das verlorene Erbe und Geld. Gott zahlt einen hohen Preis. Er tauscht &nbsp;das verlorene Geld gegen den verlorenen Sohn. Gott zahlt den Preis, weil er ein Liebhaber des Lebens ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Energie, die den verlorenen Sohn nach Hause f\u00fchrt, ist die G\u00fcte des Vaters, an die sich der Sohn in seiner Not erinnert:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>Da ging der Sohn in sich und sprach: Wie viele Tagel\u00f6hner hat mein Vater, die Brot in F\u00fclle haben, und ich verderbe hier im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe ges\u00fcndigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn hei\u00dfe; mache mich zu einem deiner Tagel\u00f6hner!<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Entschluss und Mut zur R\u00fcckkehr gr\u00fcndet in der Erinnerung an die himmlische G\u00fcte: Gott gew\u00e4hrt Leben, Gott erh\u00e4lt am Leben, Gott gibt <em>Brot in F\u00fclle<\/em>. Das ist das sch\u00f6ne Evangelium im Gleichnis: Gott regiert, indem er g\u00fctig ist; Gott richtet, indem er vergibt; Gott ruft nach Hause, indem er seine Gaben austeilt und den Tisch deckt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manchmal schreibt sich das Evangelium Gottes in unserer Welt weiter. \u00dcblicherweise gelten das Gesetz und die Strafe, die Macht und die Autorit\u00e4t, die Ordnung und die Disziplin. \u201eOhne Flei\u00df keinen Preis\u201c \u2013 das gilt erst recht in Sachsen-Anhalt, im Land der Fr\u00fchaufsteher! Doch manchmal f\u00e4llt ein himmlischer Schein des Evangeliums in unsere Welt. Das geschieht dann, wenn die G\u00fcte und Liebe es vermag, \u00fcber Fehler und Schw\u00e4chen hinwegzusehen, ein Auge zuzudr\u00fccken, das Leben wichtiger als das Geld und den Menschen wichtiger als dessen Schuld zu nehmen. Vor einiger Zeit habe ich von folgender Geschichte geh\u00f6rt, die ein weitgereisender Weltenbummler erz\u00e4hlte:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-8-background-color has-background has-small-font-size wp-block-paragraph\">\u201eBei einer Zugfahrt sa\u00df ich neben einem jungen Mann, der sehr bedr\u00fcckt wirkte. Nerv\u00f6s rutschte er auf seinem Sitz hin und her, und nach einiger Zeit platzte es aus ihmn heraus: Dass er ein entlassener H\u00e4ftling sei und jetzt auf der Fahrt nach Hause.\u00a0<br><br>Seine Eltern waren damals bei seiner Verurteilung tief getroffen. Im Gef\u00e4ngnis hatten sie ihn nie besucht, nur manchmal einen Weihnachtsgru\u00df geschickt. Trotzdem, trotz allem hoffte er nun, dass sie ihm verziehen h\u00e4tten. Er hatte ihnen geschrieben und sie gebeten, sie m\u00f6gen ihm ein Zeichen geben, an dem er, wenn der Zug an dem kleinen Bauerngeh\u00f6ft kurz vor der Stadt vorbeif\u00fchre, sofort erkennen k\u00f6nne, wie sie zu ihm st\u00fcnden. H\u00e4tten sie ihm verziehen, so sollten sie in dem gro\u00dfen Apfelbaum an der Strecke sichtbar ein gelbes Band anbringen. Wenn sie ihn aber nicht sehen wollten, brauchten sie gar nichts zu tun. Dann werde er weiterfahren, weit weg.<br><br>Als der Zug sich seiner Heimatstadt n\u00e4herte, hielt er es nicht mehr aus, brachte es nicht \u00fcber sich, aus dem Fenster zu gucken. Ich tauschte den Platz mit ihm und versprach, auf den Apfelbaum zu achten. Und dann sah ich den Apfelbaum: Der ganze Baum \u2013 \u00fcber und \u00fcber mit lauter leuchtenden gelben B\u00e4ndern beh\u00e4ngt!<br><br>\u201aDa ist er!\u2019, fl\u00fcsterte ich, \u201aalles in Ordnung!\u2019 Er sah hinaus, Tr\u00e4nen standen ihm in den Augen. Mir war, als h\u00e4tte ich ein Wunder miterlebt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manchmal schreibt sich das Evangelium Gottes in unserer Welt wundersam weiter: wenn verlorene S\u00f6hne und T\u00f6chter wieder in\u2019s gemeinsame Leben finden; wenn die G\u00fcte einen Menschen wichtiger nimmt als dessen Fehler. Dann kommt es zu Geschichten, in die das Evangelium eingwickelt ist!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Blicken wir, liebe Freunde, in einem zweiten Schritt auf die unsch\u00f6ne, die unpopul\u00e4re Seite im Gleichnis: Das ist die Geschichte des heimgebliebenen Sohnes, in die das Gesetz eingwickelt ist!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>II.<\/strong> Die unsch\u00f6ne, die unpopul\u00e4re Seite im Gleichnis wird h\u00e4ufig \u00fcbersehen und gern verdr\u00e4ngt: Das ist die Eifersucht des heimgebliebenen Sohnes. In der Eifersucht des heimgebliebenen Sohnes entlarvt sich ein Wesenszug des ganzen Menschengeschlechtes: Gottes Gnade f\u00fcr andere macht eifers\u00fcchtig. Das ist eine tief eingefleischte, geradezu urt\u00fcmliche Mitgift der Menschheit, von der die biblische Urgeschichte erz\u00e4hlt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Es begab sich, dass Kain dem HERRN Opfer brachte von den Fr\u00fcchten des Feldes.<\/em> <em>Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR sah gn\u00e4dig an Abel und sein Opfer,<\/em> <em>aber Kain und sein Opfer sah er nicht gn\u00e4dig an. Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist die unsch\u00f6ne, die unpopul\u00e4re Seite im Gleichnis, die h\u00e4ufig \u00fcbersehen und gern verdr\u00e4ngt wird: die Eifersucht auf den Erfolg des anderen. Der Andere hat den besseren Arbeitsort, das h\u00f6here Gehalt, das gr\u00f6\u00dfere Auto, die bessere Idee, die erfolgreicheren Kinder, die gl\u00fccklichere Partnerschaft, den h\u00f6heren Stimmenanteil bei der Wahl, den gr\u00f6\u00dferen Einfluss. Gottes Gnade f\u00fcr andere macht eifers\u00fcchtig:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Der \u00e4ltere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, h\u00f6rte er Singen und Tanzen.<\/em> <em>Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie \u00fcbertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fr\u00f6hlich gewesen w\u00e4re. Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gem\u00e4stete Kalb geschlachtet.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alles hat seine zwei Seiten. Auch die Gnade Gottes kommt nicht einfach problemlos zur Welt. Sie l\u00f6st Eifersucht aus. Sie hat Konsequenzen: Die Gnade Gottes begl\u00fcckt die Verlorenen, die es eigentlich nicht verdient haben; und die Gnade Gottes emp\u00f6rt die Daheimgebliebenen, die sich alles treu und redlich verdient und erarbeitet haben. Die Gnade Gottes provoziert, weil sie unverdient zuteilt, weil sie sich \u00f6konomisch nicht rechnet, weil sie in keiner Bilanz auftaucht. Gottes Gnade unterl\u00e4uft die \u00fcblichen Standards: Sie teilt sich aus wie ein Preis oder eine Ehrenw\u00fcrde, die man aus Sicht der anderen nicht verdient hat. Gottes Gnade hat einen Beigeschmack f\u00fcr die Daheimgebliebenen, die Redlichen, die Etablierten. Es ist f\u00fcr viele eine Zumutung, wenn Asylanten und Fl\u00fcchtlinge einfach nach Deutschland kommen \u2013 unverdienterma\u00dfen und ohne Verdienst. Es ist f\u00fcr manche eine Zumutung, wenn heute Menschen an die T\u00fcr der Kirchengemeinde klopfen, die fr\u00fcher zu den Ver\u00e4chtern und Bedr\u00fcckern der Kirche z\u00e4hlten. Gottes Gnade kann eine Zumutung sein. Gottes Gnade f\u00fcr andere kann eifers\u00fcchtig machen. Die ist die unsch\u00f6ne, die unpopul\u00e4re Seite im Gleichnis, die h\u00e4ufig \u00fcbersehen und gern verdr\u00e4ngt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>III.<\/strong> \u201eZwei S\u00f6hne wohnen, ach! in unserem Gleichnis\u201c. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn ist keine ein-fache, sondern eine zwei-fache Geschichte. Denn das Gleichnis erz\u00e4hlt von zwei S\u00f6hnen: vom verlorenen Sohn zum einen und vom heimgebliebenen Sohn zum anderen. Es ist eine zweischneidige Geschichte im Doppelschritt von Gesetz und Evangelium. Diese Geschichte ruft die Verlorenen nach Hause und entlarvt die Eifersucht der Daheimgebliebenen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch das Ziel im Gleichnis, besteht nicht darin, Verlierer und Gewinner oder Erste und Letzte oder Verlorene und Daheimgebliebene gegeneinander zu stellen. Jesus erz\u00e4hlt das Gleichnis, um in das Leben zu f\u00fchren, das aus der Gnade Gottes lebt. Gottes Gnade teilt sich gleichm\u00e4\u00dfig aus, so dass Letzte zu Ersten und Erste zu Letzten werden (Matth\u00e4us 20:16). Sie teilt zu, wovon alle leben. Sie schenkt sich aus, ohne anderen zu nehmen. Die Gnade Gottes nimmt niemandem etwas weg, sondern gibt den Verlorenen das, was die Daheimgebliebenen bereits besitzen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>Der Vater sprach zum \u00e4lteren Sohn: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus erz\u00e4hlt im Gleichnis von einem Leben, das aus der Gnade Gottes flie\u00dft. Manchmal verlaufen die Wege in das Leben auf unterschiedlichen Strecken: Der eine merkt erst in der Fremde, was er zuhause an G\u00fcte verloren hat; und der andere merkt zuhause, dass er dort in der G\u00fcte noch gar nicht angekommen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende im Gleichnis geht es um das Fest des Lebens \u2013 um ein Leben, das sich immer wieder neu aus der G\u00fcte und Vergebung speist. Gott ist ein Liebhaber des Lebens, der einen hohen Preis daf\u00fcr zahlt, dass wir auf unterschiedlichen Wegen zum Fest des Lebens gelangen. Auf dem Fest des Lebens werden die Verlorenen willkommen gehei\u00dfen und den Daheimgebliebenen f\u00e4llt auf, was ihnen bereits alles geh\u00f6rt. Am Ende kommt es darauf an, nicht sich selbst, sondern Gott als den gro\u00dfz\u00fcgigen Gastgeber des Lebens zu entdecken:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>Der Vater sprach: Bringt das gem\u00e4stete Kalb und schlachtet&#8217;s; lasst uns essen und fr\u00f6hlich sein!<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Herkunft: Johannes Block<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link has-black-background-color has-text-color has-background wp-element-button\" href=\"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/\" style=\"color:#faeb00\">Zur\u00fcck zur Startseite<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div data-object_id=\"12868\" class=\"cbxwpbkmarkwrap cbxwpbkmarkwrap_guest cbxwpbkmarkwrap_user_cat cbxwpbkmarkwrap-post \"><a role=\"button\"  data-redirect-url=\"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12868\"  data-display-label=\"1\" data-show-count=\"1\" data-bookmark-label=\"MERKEN\"  data-bookmarked-label=\"GEMERKT\"  data-loggedin=\"0\" data-type=\"post\" data-object_id=\"12868\" class=\"cbxwpbkmarktrig  cbxwpbkmarktrig-button-addto ld-ext-left\" title=\"Bookmark This\" href=\"#\"><span class=\"cbxwpbkmarktrig-icon\"><\/span><span class=\"ld ld-ring ld-spin\"><\/span><span class=\"cbxwpbkmarktrig-label\" >MERKEN (<i class=\"cbxwpbkmarktrig-count\">0<\/i>)<\/span><\/a> <div  data-type=\"post\" data-object_id=\"12868\" class=\"cbxwpbkmarkguestwrap\" id=\"cbxwpbkmarkguestwrap-12868\"><div class=\"cbxwpbkmarkguest-message\"><div class=\"cbxwpbkmarkguest-message-head\"><span class=\"cbxwpbkmarkguest-message-head-label\">Please login to bookmark<\/span><a class=\"cbxwpbkmarkguesttrig_close\" role=\"button\" title=\"Click to close bookmark panel\/modal\" href=\"#\" ><i class=\"cbx-icon\"><?xml version=\"1.0\" encoding=\"utf-8\"?>\n<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"2\" stroke-linecap=\"round\" stroke-linejoin=\"round\"><line x1=\"18\" y1=\"6\" x2=\"6\" y2=\"18\"><\/line><line x1=\"6\" y1=\"6\" x2=\"18\" y2=\"18\"><\/line><\/svg><\/i><i class=\"sr-only\">Close<\/i><\/a><\/div><div class=\"cbxwpbkmarkguest-content\">\n<div class=\"cbx-chota\"><div class=\"container\"><div class=\"row\"><div class=\"col-12\"><div class=\"cbx-guest-wrap cbxwpbookmark-guest-wrap\"><div class=\"cbx-guest-login-wrap cbxwpbookmark-guest-login-wrap\"><form name=\"loginform\" id=\"loginform\" action=\"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/wp-login.php\" method=\"post\"><p class=\"login-username\">\n\t\t\t\t<label for=\"user_login\">Benutzername oder 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