{"id":6503,"date":"2021-04-17T19:03:54","date_gmt":"2021-04-17T17:03:54","guid":{"rendered":"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/?p=6503"},"modified":"2021-04-17T19:03:59","modified_gmt":"2021-04-17T17:03:59","slug":"psalm-107-mit-gedanken-zu-den-versen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/psalm-107-mit-gedanken-zu-den-versen\/","title":{"rendered":"PSALM 107 mit Gedanken zu den Versen"},"content":{"rendered":"<span class=\"span-reading-time rt-reading-time\" style=\"display: block;\"><span class=\"rt-label rt-prefix\">Lesezeit:<\/span> <span class=\"rt-time\"> 31<\/span> <span class=\"rt-label rt-postfix\">Minuten<\/span><\/span><div data-object_id=\"6503\" class=\"cbxwpbkmarkwrap cbxwpbkmarkwrap_guest cbxwpbkmarkwrap_user_cat cbxwpbkmarkwrap-post \"><a role=\"button\"  data-redirect-url=\"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6503\"  data-display-label=\"1\" data-show-count=\"1\" data-bookmark-label=\"MERKEN\"  data-bookmarked-label=\"GEMERKT\"  data-loggedin=\"0\" data-type=\"post\" data-object_id=\"6503\" class=\"cbxwpbkmarktrig  cbxwpbkmarktrig-button-addto ld-ext-left\" title=\"Bookmark This\" href=\"#\"><span class=\"cbxwpbkmarktrig-icon\"><\/span><span class=\"ld ld-ring ld-spin\"><\/span><span class=\"cbxwpbkmarktrig-label\" >MERKEN (<i class=\"cbxwpbkmarktrig-count\">1<\/i>)<\/span><\/a> <div  data-type=\"post\" data-object_id=\"6503\" class=\"cbxwpbkmarkguestwrap\" id=\"cbxwpbkmarkguestwrap-6503\"><div class=\"cbxwpbkmarkguest-message\"><div class=\"cbxwpbkmarkguest-message-head\"><span class=\"cbxwpbkmarkguest-message-head-label\">Please login to bookmark<\/span><a class=\"cbxwpbkmarkguesttrig_close\" role=\"button\" title=\"Click to close bookmark panel\/modal\" href=\"#\" ><i class=\"cbx-icon\"><?xml version=\"1.0\" encoding=\"utf-8\"?>\n<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"2\" stroke-linecap=\"round\" stroke-linejoin=\"round\"><line x1=\"18\" y1=\"6\" x2=\"6\" y2=\"18\"><\/line><line x1=\"6\" y1=\"6\" x2=\"18\" y2=\"18\"><\/line><\/svg><\/i><i class=\"sr-only\">Close<\/i><\/a><\/div><div class=\"cbxwpbkmarkguest-content\">\n<div class=\"cbx-chota\"><div class=\"container\"><div class=\"row\"><div class=\"col-12\"><div class=\"cbx-guest-wrap cbxwpbookmark-guest-wrap\"><div class=\"cbx-guest-login-wrap cbxwpbookmark-guest-login-wrap\"><form name=\"loginform\" id=\"loginform\" action=\"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/wp-login.php\" method=\"post\"><p class=\"login-username\">\n\t\t\t\t<label for=\"user_login\">Benutzername oder E-Mail-Adresse<\/label>\n\t\t\t\t<input type=\"text\" name=\"log\" id=\"user_login\" autocomplete=\"username\" class=\"input\" value=\"\" size=\"20\" \/>\n\t\t\t<\/p><p class=\"login-password\">\n\t\t\t\t<label for=\"user_pass\">Passwort<\/label>\n\t\t\t\t<input type=\"password\" name=\"pwd\" id=\"user_pass\" autocomplete=\"current-password\" spellcheck=\"false\" class=\"input\" value=\"\" size=\"20\" \/>\n\t\t\t<\/p><p class=\"login-remember\"><label><input name=\"rememberme\" type=\"checkbox\" id=\"rememberme\" value=\"forever\" \/> Angemeldet bleiben<\/label><\/p><p class=\"login-submit\">\n\t\t\t\t<input type=\"submit\" name=\"wp-submit\" id=\"wp-submit\" class=\"button button-primary\" value=\"Anmelden\" \/>\n\t\t\t\t<input type=\"hidden\" name=\"redirect_to\" value=\"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6503\" \/>\n\t\t\t<\/p><\/form><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Psalm ist ein Kleinod f\u00fcr die Erl\u00f6sten des HERRN (V. 2), denen er ein herrliches Danklied in den Mund legt. Wiewohl es Errettungen aus allerlei irdischer Not sind, die er feiert, so dass er von jedwedem Menschen, dessen Leben in Zeiten gro\u00dfer Gefahr erhalten worden ist, gesungen werden mag, so verherrlicht er doch unter dieser H\u00fclle den HERRN vornehmlich f\u00fcr geistliche Segnungen, von denen jene zeitlichen Wohltaten nur Abbilder und Schatten sind. Das Thema ist: Dank gegen Gott, und die mancherlei Gr\u00fcnde zu solchem Lobpreis. &#8211; Der Psalm ist von hoher dichterischer Sch\u00f6nheit; schon wenn wir ihn nur als Kunstwerk betrachten, w\u00fcrde es schwer sein, in der sch\u00f6nen Literatur ein ebenb\u00fcrtiges Gegenst\u00fcck zu finden. Die Dichter der Bibel nehmen unter den Musens\u00f6hnen keinen untergeordneten Rang ein.<br><br><strong>Einteilung.<\/strong> Der S\u00e4nger beginnt damit, dass er sein Lied den Erl\u00f6sten widmet, die aus der Verbannung heimgebracht sind, V. 1-3. Er vergleicht dann ihre Geschichte mit den Erlebnissen von Wanderern, die sich in der W\u00fcste verirrt hatten, V. 4-9, von Gefangenen, die in eisernen Banden gefesselt gewesen, V. 10-16, von Todkranken, V. 17-22, und von Seefahrern auf sturmbewegtem Meer, V. 23-32. In den folgenden Versen bilden die Gerichte, mit denen Gott die B\u00f6sen heimsucht, und seine Gnadentaten an den unterdr\u00fcckten Seinen den Gegenstand, der den Dichter erf\u00fcllt, V. 33-42. Sodann schlie\u00dft der Psalm mit dem die Lehre aus dem Ganzen zusammenfassenden 43. Vers, in welchem er bezeugt, dass wer die Werke und Wege des HERRN mit Flei\u00df betrachtet, sicherlich seine G\u00fcte erkennen und preisen wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Auslegung<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><em><strong>1.<\/strong><\/em><\/td><td><em>Danket dem HERRN, denn er ist freundlich,<br>und seine G\u00fcte w\u00e4hret ewiglich.<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>2.<\/strong><\/em><\/td><td><em>So sollen sagen, die erl\u00f6st sind durch den HERRN,<br>die er aus der Not erl\u00f6st hat;<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>3.<\/strong><\/em><\/td><td><em>und die er aus den L\u00e4ndern zusammengebracht hat<br>vom Aufgang, vom Niedergang,<br>von Mitternacht und vom Meer.<\/em><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>1.<\/strong> <em><strong>Danket dem HERRN<\/strong>.<\/em> Der Dank ist ja das Mindeste und zugleich das H\u00f6chste, das wir ihm geben k\u00f6nnen; drum lasst uns darin vollen Eifer anwenden. Der ganze Ton des Psalms beweist, wie ernst es dem Psalmisten mit dieser Aufforderung war. Lasst denn auch uns den HERRN allezeit mit aller Inbrunst preisen, mit dem Munde sowohl als auch mit unserem Wandel; lasst uns Dank sagen und Dank leben. Jehovah &#8211; das ist ja der hier gebrauchte Gottesname &#8211; will nicht mit Seufzen und St\u00f6hnen, sondern mit Loben und Danken verehrt werden, <em>denn er ist freundlich,<\/em> w\u00f6rtl.: <em>gut<\/em>; und dieser Dank sollte ihm aufs herzlichste dargebracht werden, denn seine G\u00fcte ist nicht gew\u00f6hnlicher Art. Er ist <em>gut<\/em> nach seiner ganzen Natur, seinem innersten Wesen, und hat sich also erwiesen in allen seinen Taten von Uranfang her. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verglichen mit ihm ist niemand gut, auch nicht einer; er hingegen ist wesenhaft, best\u00e4ndig, im h\u00f6chsten Ma\u00dfe, ja unermesslich gut. Wir leben Tag f\u00fcr Tag und Augenblick f\u00fcr Augenblick im Genuss seiner G\u00fcte und sollten darum auch, mehr als alle anderen Gesch\u00f6pfe, seinen Namen erheben. Unser Lobpreisen sollte noch an Inbrunst gewinnen durch die Tatsache, dass seine G\u00fcte nicht etwas Vor\u00fcbergehendes ist, sondern in der Erscheinungsform der Gnade sich ewig an uns erweist: <em>und seine Gnade<\/em> (w\u00f6rtl.) <em>w\u00e4hret ewiglich.<\/em> Das Zeitwort &#8222;w\u00e4hret&#8220; ist von dem \u00dcbersetzer passend erg\u00e4nzt worden, und doch wird dadurch der Sinn etwas eingeschr\u00e4nkt, dessen F\u00fclle wir noch besser erfassen werden, wenn wir uns zun\u00e4chst einen Augenblick die knappe Form des Grundtextes vergegenw\u00e4rtigen: <em>und seine Gnade &#8211; ewiglich.<\/em> Wie diese Gnade nie einen Anfang gehabt hat, so wird sie auch nie ein Ende nehmen. Unsere S\u00fcnde machte es n\u00f6tig, dass die G\u00fcte Gottes sich uns als Gnade erzeige, und dies hat sie getan und wird sie allezeit tun. Lasst uns denn nicht l\u00e4ssig sein, die G\u00fcte zu preisen, die sich so unserem gefallenen Zustand angepasst hat.<br><br><strong>2.<\/strong> <em><strong>So sollen sagen, die erl\u00f6st sind durch den HERRN<\/strong>,<\/em> oder sch\u00f6ner nach dem Grundtext: <em>die Erl\u00f6sten Jehovahs.<\/em> Was immer andere denken oder sagen m\u00f6gen, die Erl\u00f6sten haben \u00fcberw\u00e4ltigende Gr\u00fcnde, die G\u00fcte des HERRN zu r\u00fchmen. Ihre Errettung ist von besonderer Art, deshalb geziemt es sich f\u00fcr sie, auch besonderen Dank daf\u00fcr darzubringen. Ihr Erl\u00f6ser ist so herrlich, der Preis, um den sie erl\u00f6st sind, so teuer und die Erl\u00f6sung so vollkommen, dass ihnen siebenfache Verpflichtung obliegt, dem HERRN zu danken und auch andere zum Lobe Gottes aufzurufen. M\u00f6gen sie sich nicht mit Gef\u00fchlen der Dankbarkeit begn\u00fcgen, sondern auch das <em>sagen<\/em>, des ihr Herz voll ist; m\u00f6gen sie selber lobsingen und ihre Miterl\u00f6sten anreizen, in das Loblied einzustimmen. <em>Die er aus der Not erl\u00f6st hat.<\/em> Da sie aus gewaltiger Bedr\u00fcckung durch eine noch gewaltigere Macht herausgerissen worden, sind sie vor allen auch verpflichtet, den HERRN als ihren Befreier preisend anzubeten. Ihre Erl\u00f6sung ist unmittelbar g\u00f6ttlich. Er und niemand anders hat sie erl\u00f6st. Sein Arm hat ihre Befreiung gewirkt, und keiner hat ihm dabei geholfen. Sollten befreite Sklaven nicht die Hand k\u00fcssen, die ihnen die Freiheit gegeben? Welcher Dank aber k\u00f6nnte gen\u00fcgen f\u00fcr eine Befreiung aus der Gewalt von S\u00fcnde, Tod und H\u00f6lle? Im Himmel selbst gibt es kein lieblicheres Lied als jenes, dessen Grundton ist: Du hast uns Gott erkauft mit deinem Blut (Offenbarung 5:9).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.<\/strong> <em><strong>Und die er aus den L\u00e4ndern zusammengebracht hat vom Aufgang, vom Niedergang, von Mitternacht und vom Meer.<\/strong><\/em> Auf die Befreiung folgt die Vereinigung. Jene Gefangenen wurden von allen Weltgegenden in ihr Land wieder zur\u00fcckgebracht, sogar von jenseits des Meeres kamen sie heim. Was immer sie trennen mag, der HERR wird die Seinen zu einem Leibe sammeln. Schon auf Erden sollen sie, durch einen Herrn, einen Glauben, eine Taufe (Epheser 4:5) verbunden, als das einige Volk des einigen Gottes erkannt werden, und im Himmel wird die eine allen gemeinsame Wonne sie vollends zusammenschmelzen zu einer seligen Gemeine. Was f\u00fcr ein herrlicher Hirte muss das sein, der also seine bluterkaufte Herde aus den fernsten Fernen zusammenbringt, sie durch unz\u00e4hlige Gefahren hindurchf\u00fchrt und sie endlich sich lagern l\u00e4sst auf den gr\u00fcnen Auen des himmlischen Paradieses. Die einen sind in dieser, die andern in jener Richtung irre gegangen, alle haben Immanuels Land verlassen und sich, soweit sie nur konnten, verlaufen; wahrlich, gro\u00df ist die Gnade und gro\u00df die Macht, welche sie alle zu Einer Herde sammelt unter dem Einen Hirten, Christus. So m\u00f6gen denn die Erl\u00f6sten einm\u00fctig mit Einem Munde den Herrn loben, der alle die zerstreuten Kinder Gottes in eins zusammenbringt. (Johannes 11:52)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><em><strong>4.<\/strong><\/em><\/td><td><em>Die irre gingen in der W\u00fcste, in ungebahntem Wege,<br>und fanden keine Stadt, da sie wohnen konnten,<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>5.<\/strong><\/em><\/td><td><em>hungrig und durstig,<br>und ihre Seele verschmachtete;<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>6.<\/strong><\/em><\/td><td><em>und sie zum HERRN riefen in ihrer Not,<br>und er sie errettete aus ihren \u00c4ngsten<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>7.<\/strong><\/em><\/td><td><em>und f\u00fchrte sie einen richtigen Weg,<br>dass sie gingen zur Stadt, da sie wohnen konnten;<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>8.<\/strong><\/em><\/td><td><em>die sollen dem HERRN danken um seine G\u00fcte<br>und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>9.<\/strong><\/em><\/td><td><em>dass er s\u00e4ttigt die durstige Seele<br>und f\u00fcllt die hungrige Seele mit Gutem.<\/em><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>4.<\/strong> <strong><em>Die irre gingen in der W\u00fcste.<\/em> Sie gingen <em>irre<\/em>, denn ihr Pfad hatte sich verloren, keine Spur eines Weges war mehr zu finden<\/strong>; und was noch schlimmer war: sie irrten in einer <em>W\u00fcste<\/em> umher, wo ringsum alles gl\u00fchend hei\u00dfer Sand war. Sie waren verirrt an dem schlimmsten Orte, der sich nur denken l\u00e4sst, gerade wie der Mensch, der sich in der W\u00fcstenei der S\u00fcnde verloren hat. Sie gingen rechts und gingen links, sie eilten vor und wandten sich wieder zur\u00fcck in vergeblichem Suchen, ganz wie der S\u00fcnder, wenn er erweckt ist und seinen verlorenen Zustand erkennt. Aber es war alles umsonst; denn sie waren und blieben in der W\u00fcste, und all ihre Hoffnung, daraus zu entkommen, zerrann. <em>In ungebahntem Wege,<\/em> w\u00f6rtl.: in einer Ein\u00f6de von einem Wege, d. h. auf einem Wege, der eine weglose Ein\u00f6de war. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weit und breit war nirgends eine menschliche Niederlassung, und keine andere Reisekarawane wurde sichtbar, die sie h\u00e4tten anrufen k\u00f6nnen. Die Einsamkeit verst\u00e4rkt das Elendsgef\u00fchl in hohem Grade. Die Abgeschiedenheit einer menschenleeren Gegend \u00fcbt eine \u00e4u\u00dferst niederschlagende Wirkung aus auf den Ungl\u00fccklichen, der sich in der endlosen \u00d6de verirrt hat. Der Pfad des Wanderers in der Wildnis ist ein <em>ungebahnter<\/em> Weg, und wenn er selbst diese d\u00fcrftige Spur verl\u00e4sst und ganz in die Ein\u00f6de kommt, die sonst kein Menschenfu\u00df betritt, so ist er in der Tat in einer tief bedauernswerten, jammervollen Lage. Eine Seele, die niemand hat, der mit ihr f\u00fchlt, ist an den Grenzen der H\u00f6lle; ein im Vollsinn des Wortes einsamer Weg ist der Weg zur Verzweiflung. <em>Und fanden keine Stadt, da<\/em> (Menschen wohnten und auch) <em>sie wohnen konnten.<\/em> Wie w\u00e4re das auch m\u00f6glich gewesen? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gab keine. Als Israel durch die W\u00fcste zog, wohnte es in Zelten und genoss keine der Annehmlichkeiten fester Wohnsitze; und in der Sahara w\u00fcrde der Wanderer Stadt oder Dorf vergeblich suchen. Menschenkinder, die in Bek\u00fcmmernis der Seele sind, finden keine Ruhestatt, keine Erquickung, keine Rast. So mannigfach ihre Versuche sich zu retten auch sind, ersch\u00f6pfen doch ihre Anstrengungen nur ihre Kraft, alle ihre Wege enden in bitterer Entt\u00e4uschung, und die schreckliche Einsamkeit ihrer Herzen erf\u00fcllt sie mit unsagbarer Angst und Qual.<br><br><strong>5. <em>Hungrig und durstig, und ihre Seele verschmachtete.<\/em> <\/strong>Die Lebensgeister erl\u00f6schen, wenn die Leibeskr\u00e4fte durch lange Entbehrungen aufgezehrt sind. Wer kann den Mut noch aufrecht halten, wenn der K\u00f6rper vor g\u00e4nzlicher Ersch\u00f6pfung bei jedem Schritt niederzusinken im Begriff ist? Der letzte Bissen Brotes ist verzehrt, das Wasser im Kruge ist aus, und weit und breit ist weder Feld noch Bach in der schaurigen W\u00fcste &#8211; da bricht das Herz zusammen in elender Verzweiflung. Das ist der Zustand eines erwachten Gewissens, ehe es den Herrn Jesum kennt. Es ist voll ungestillten Sehnens, voll schmerzlichen Gef\u00fchls des Mangels an allem N\u00f6tigsten und voll der schlimmsten Bef\u00fcrchtungen. Es f\u00fchlt sich g\u00e4nzlich ersch\u00f6pft, ohne alle Kraft, und in der ganzen Sch\u00f6pfung gibt es nichts, das ihm zur Erquickung dienen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>6.<\/strong> <em><strong>Und sie zum HERRN riefen in ihrer Not.<\/strong><\/em> Nicht eher, als bis sie in der \u00e4u\u00dfersten Not waren, nahmen sie ihre Zuflucht zum Gebet; aber wie gut, dass sie <em>dann<\/em> doch beteten, und zwar in der rechten Weise, aus vollem Herzen <em>rufend, schreiend<\/em>, und zu dem, der allein ihnen helfen konnte: zum <em>HERRN.<\/em>\u00a0Es blieb ihnen ja auch nichts anderes \u00fcbrig; sich selber helfen konnten sie nicht und ebenso wenig bei andern Hilfe finden: da schrien sie zu Gott. Gebete, die uns durch den Drang der Not ausgepresst werden, sind darum nicht weniger annehmbar bei Gott, haben im Gegenteil umso mehr Macht bei ihm, da sie offenbar aufrichtig sind und kr\u00e4ftig das g\u00f6ttliche Mitleid anrufen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manche Menschen werden nie zum Beten ihre Zuflucht nehmen, es sei denn, dass sie halb am Sterben sind, und es dient darum viel mehr zu ihrem wahren Vorteil, dass sie hungrig und schwach seien als satt und voll Kraftgef\u00fchls. Wenn der Hunger uns auf die Knie bringt, ist er uns n\u00fctzlicher als festliches Wohlleben; wenn der Durst uns zu der Lebensquelle treibt, ist er uns heilsamer als die tiefsten Z\u00fcge aus dem unreinen Sch\u00f6pfbrunnen der Weltlust; und wenn das Verschmachten uns dazu bringt, dass wir zu Gott schreien, so ist es besser als die Kraft der Starken. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Und er sie errettete aus ihren \u00c4ngsten.<\/em> Errettung folgt dem Flehen ganz sicherlich. Ihr Rufen muss sehr schwach gewesen sein, waren sie doch am Verschmachten, und ihr Glaube war gewiss so schwach wie ihr Rufen; dennoch wurden sie erh\u00f6rt, und zwar alsbald. Ein kleiner Verzug w\u00fcrde ihr Tod gewesen sein; aber es trat auch nicht der geringste Aufschub ein, denn der HERR war ganz bereit, ihnen zu helfen. Es macht dem HERRN Freude, gerade dann rettend einzugreifen, wenn niemand sonst vom geringsten Nutzen mehr sein kann. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fall war hoffnungslos, bis Jehovah eingriff &#8211; aber da ward augenblicklich alles anders. Diese Menschenkinder waren ganz von Drangsalen umschlossen, aufs \u00e4u\u00dferste in die Enge getrieben und schon fast zu Tode gedr\u00fcckt; aber Befreiung kam ihnen alsbald, da sie wieder anfingen, ihres Gottes zu gedenken und betend zu ihm um Hilfe aufzuschauen. Wer nicht einmal um Brot bitten will, verdient es Hungers zu sterben; und wer, obwohl er sich in wegloser \u00d6de verirrt hat, nicht die Hilfe eines F\u00fchrers anrufen will, kann nicht auf Mitleid Anspruch machen, selbst wenn er in der Wildnis umkommt und mit seinem Fleische den Geiern Atzung bietet.<br><br><strong>7.<\/strong> <strong><em>Und f\u00fchrte sie einen richtigen Weg.<\/em> <\/strong>Es gibt der falschen Wege viele, aber nur einen richtigen Weg, und auf diesen kann uns niemand anders als Gott selbst bringen. Wenn der HERR unser F\u00fchrer ist, dann ist der Weg sicher der rechte; das brauchen wir niemals in Frage zu stellen. Er f\u00fchrte die Verlorenen heraus aus dem pfadlosen Labyrinth der W\u00fcste; er fand den Weg, bahnte den Weg und bef\u00e4higte sie ihn zu gehen, so schwach und hungrig sie waren. <em>Dass sie gingen zur Stadt, da sie wohnen konnten.<\/em> Das Ziel war des Weges wert; er f\u00fchrte sie nicht aus einer W\u00fcste in eine andere, sondern verschaffte den Wanderern ein Obdach, den M\u00fcden einen Ort der Ruhe. <em>Sie<\/em> hatten keine Stadt zum Wohnen gefunden; <em>er<\/em> fand eine schnell genug. Was <em>wir<\/em> tun k\u00f6nnen, und was <em>Gott<\/em> zu tun vermag, das sind zwei Dinge, verschiedener als Himmel und Erde. Welche Ver\u00e4nderung war das f\u00fcr sie, ihre Einsamkeit mit einer Stadt zu vertauschen, den ungebahnten, von keinem Menschenfu\u00df betretenen Weg mit belebten Stra\u00dfen, und das Verschmachten ihres Herzens mit den Erquickungen eines trauten Heims! Noch viel gr\u00f6\u00dfer sind die Umwandlungen, welche die g\u00f6ttliche Liebe in dem Zustand der S\u00fcnder bewirkt, wenn Gott ihre Gebete erh\u00f6rt und sie zu Jesu bringt. Sollen wir den HERRN f\u00fcr solch au\u00dferordentliche Gnadenerweisungen nicht preisen? K\u00f6nnen wir, die wir sie selbst erfahren haben, in undankbarem Schweigen verharren?<br><br><strong>8.<\/strong> <strong><em>Die sollen dem HERRN danken um seine G\u00fcte.<\/em> <\/strong>Das ist die erste Pflicht der Erl\u00f6sten. Die Engel, die V\u00f6gelein, Sonne, Mond und Sterne preisen den HERRN; wieviel mehr werden <em>die<\/em> es tun, die eine so gro\u00dfe selbsterlebte Errettung frisch im Ged\u00e4chtnis haben! Das m\u00fcssten Ungeheuer von Undankbarkeit sein, die einen solchen Retter f\u00fcr eine so gn\u00e4dige Befreiung vom grausamsten Tode nicht ehrten. Es ist aber gut, dass die Erl\u00f6sten dazu aufgemuntert werden, dem HERRN immer wieder von neuem zu danken; denn Erhaltung des Lebens verdient lebenslange Dankbarkeit. Auch diejenigen, welche nicht die gleiche Gefahr durchgemacht und die gleiche Errettung erfahren haben, sollten den HERRN preisen in herzlichem Mitgef\u00fchl mit ihren Genossen, deren Freude teilend. <em>Und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese erstaunlichen Gnadentaten sind <em>unserem<\/em> Geschlecht erwiesen, Gliedern der Familie, zu welcher wir geh\u00f6ren; darum sollen wir in den Dank mit einstimmen. Die Menschenkinder sind so unbedeutende, schwache und unw\u00fcrdige Gesch\u00f6pfe, dass es schon als ein Wunder anzusehen ist, wenn der HERR \u00fcberhaupt irgendetwas f\u00fcr sie tut; er aber l\u00e4sst sich nicht an kleinen Taten gen\u00fcgen, sondern bietet die F\u00fclle seiner Weisheit, Macht und Liebe auf, um Wunder zu wirken zum Besten derer, die ihn suchen. In dem Leben eines jeden der Erl\u00f6sten ist eine ganze Welt der Wunder, darum sollte auch aus einem jeden Leben der Lobpreis in m\u00e4chtigen Akkorden widerhallen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was die Wunder der Gnade anbetrifft, welche der HERR f\u00fcr seine Gemeinde im Ganzen gewirkt hat, so h\u00f6rt da jede Sch\u00e4tzung auf; sie sind hoch \u00fcber alle unsere Gedanken erhaben wie der Himmel \u00fcber der Erde. Wann wird der Tag anbrechen, da das so hoch begnadigte Menschengeschlecht in dem Ma\u00dfe sich dem Lobe Gottes widmen wird, wie es durch die Huld Gottes vor den anderen Kreaturen bevorzugt ist?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>9.<\/strong> <em><strong>Dass er s\u00e4ttigt die durstige Seele.<\/strong><\/em> Dieser letzte Vers des Abschnittes f\u00fchrt uns noch einmal in kurzen Worten die herrliche Wandlung vor Augen, die der verirrte Wanderer erlebt hat. Wer im buchst\u00e4blichen Sinne vom Untergang in der W\u00fcste errettet worden ist, der danke dem HERRN, der ihn wieder unter den Menschen Brot essen l\u00e4sst. Der geistliche Sinn ist jedoch noch lehrreicher. Erst erweckt der HERR in uns ein D\u00fcrsten und Sehnen, um es dann v\u00f6llig zu stillen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses geistliche D\u00fcrsten f\u00fchrt uns in die Einsamkeit und Abgeschiedenheit, in ein brennendes Verlangen, in Verschmachten und v\u00f6lliges Verzagen an uns selbst; alles dies aber f\u00fchrt uns wiederum zu Flehen, Glauben, Erfahrung der g\u00f6ttlichen Leitung, S\u00e4ttigung des Seelendurstes und Ruhe: die gn\u00e4dige Hand des HERRN wird sichtbar in dem ganzen Vorgang und in dem herrlichen Ende. <em>Und f\u00fcllt die hungrige Seele<\/em> <em>mit Gutem.<\/em> Wie er den Durst dem Erquicktsein weichen l\u00e4sst, so den Hunger der vollen Gen\u00fcge. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In beiden F\u00e4llen wird das Bed\u00fcrfnis mehr als befriedigt; die F\u00fclle, mit der die Versorgung geschieht, ist der Beachtung wert. Der HERR tut nichts in einer knickerigen Weise; s\u00e4ttigen und f\u00fcllen, das ist stets die Art, wie er seine G\u00e4ste bewirtet. Wer beim HERRN in die Kost kommt, der braucht sich nie \u00fcber sp\u00e4rlichen Tisch zu beklagen. Auch f\u00fcllt der HERR die Hungrigen nicht mit gemeiner Speise, sondern mit <em>Gutem<\/em>, das Wort im vollsten, h\u00f6chsten Sinn genommen. Sollten Leute, die aus so tiefem Mangel heraus so f\u00fcrstlich bewirtet und versorgt werden, dennoch f\u00fcr all die Gaben der Liebe keinen Dank erstatten? Das darf nicht sein. Nein, und auch wir wollen jetzt mit der ganzen Gemeinde der Erl\u00f6sten danksagen und bitten, dass die Zeit bald herbeikomme, wo alle Welt der Herrlichkeit des HERRN voll werden wird.<a href=\"https:\/\/www.evangeliums.net\/psalmenauslegung\/psalm_107.html#top\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><em><strong>10.<\/strong><\/em><\/td><td><em>Die da sitzen mussten in der Finsternis und Dunkel,<br>gefangen in Zwang und Eisen;<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>11.<\/strong><\/em><\/td><td><em>darum dass sie Gottes Geboten ungehorsam gewesen waren<br>und das Gesetz des H\u00f6chsten gesch\u00e4ndet hatten;<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>12.<\/strong><\/em><\/td><td><em>darum musste ihr Herz mit Ungl\u00fcck geplagt werden,<br>dass sie da lagen und ihnen niemand half;<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>13.<\/strong><\/em><\/td><td><em>und sie zum HERRN riefen in ihrer Not,<br>und er ihnen half aus ihren \u00c4ngsten<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>14.<\/strong><\/em><\/td><td><em>und sie aus der Finsternis und Dunkel f\u00fchrte,<br>und ihre Bande zerriss:<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>15.<\/strong><\/em><\/td><td><em>die sollen dem HERRN danken um seine G\u00fcte<br>und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>16.<\/strong><\/em><\/td><td><em>dass er zerbricht eherne T\u00fcren<br>und zerschl\u00e4gt eiserne Riegel.<\/em><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>10.<\/strong> <strong><em>Die da sitzen mussten in der Finsternis und Dunkel.<\/em> <\/strong>Die Kerkerzelle ist schon an sich dunkel, und die Furcht vor der Hinrichtung verbreitet noch dichtere D\u00fcsternis \u00fcber das Gef\u00e4ngnis. So gro\u00df ist die Grausamkeit des Menschen gegen seinesgleichen, dass Zehntausende an Orten haben schmachten m\u00fcssen, die nur zu Gr\u00fcften geeignet w\u00e4ren; in ungesunden, zum Ersticken engen, schmutzigen H\u00f6hlen, wo sie elend dahingesiecht und an gebrochenem Herzen gestorben sind. Doch war die Furcht vor dem pl\u00f6tzlichen Tode der schrecklichste Teil der Strafe; es war den Gefangenen, als ob der schaurig kalte Schatten des Todes selbst sie bis ins Mark hinein erstarren machte. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zustand einer Seele, die unter der \u00dcberzeugung der S\u00fcnde schmachtet, wird durch eine solche Lage treffend versinnbildlicht. Menschenkinder, die in dieser inneren Verfassung sind, k\u00f6nnen die Verhei\u00dfungen nicht sehen, die ihnen Trost gew\u00e4hren w\u00fcrden; sie sitzen br\u00fctend da in der Unt\u00e4tigkeit der Verzweiflung, sie f\u00fcrchten das Herannahen des Gerichts und werden dadurch in solche Angst versetzt, als ob sie bereits an den Toren des Todes w\u00e4ren. <em>Gefangen im Elend und Eisen<\/em> (Luther 1524). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Gefangene sind so zwiefach gefesselt gewesen an Herz und Hand. Oder die Worte m\u00f6gen sagen wollen, entweder dass der Druck des Elends wie eiserne Fesseln auf ihnen lastete, oder dass die eisernen Bande sie auch innerlich elend machten. Diese Dinge kennt eigentlich nur, wer selber etwas davon erlebt hat; wir w\u00fcrden unsre Freiheit mehr sch\u00e4tzen, wenn wir aus tats\u00e4chlicher Erfahrung w\u00fcssten, was Handschellen und Ketten bedeuten. Im geistlichen Leben kommt Tr\u00fcbsal ebenfalls oft in Begleitung von S\u00fcndenerkenntnis, und dann verursacht der zwiefache Kummer auch zwiefache Gebundenheit. In solcher Lage dringt das Eisen in die Seele, die armen Gefangenen k\u00f6nnen sich nicht r\u00fchren wegen ihrer Ketten, k\u00f6nnen sich nicht zum Hoffen erheben wegen ihres Kummers und haben keine Kraft infolge ihrer Verzagtheit. Herzeleid ist der Gef\u00e4hrte aller derer, die mit inneren Banden gefesselt und gefangen sind und nicht herausk\u00f6nnen. O ihr, die ihr durch Christum frei gemacht seid, gedenkt der Gebundenen!<br><br><strong>11.<\/strong> <strong><em>Darum dass sie Gottes Geboten ungehorsam gewesen waren.<\/em> <\/strong>Das war die gew\u00f6hnliche Ursache der Knechtschaft bei dem alten Volke Gottes: sie wurden ihren Feinden preisgegeben, weil sie dem HERRN nicht treu gewesen waren. Mit Gottes Worten ist nicht zu spa\u00dfen, und wer es wagt, sich wider sie aufzulehnen, der wird sich selbst in Gefangenschaft und Elend bringen. <em>Und den Ratschluss des H\u00f6chsten verachtet hatten.<\/em> (Grundtext) Sie meinten es besser zu wissen als der Richter aller Welt und verlie\u00dfen darum seine Wege und wandelten ihre eigenen. Wenn Menschen dem g\u00f6ttlichen Rat nicht folgen, so geben sie damit den Tatbeweis, dass sie ihn verachten. Wer durch Gottes Gebot nicht gebunden sein will, wird sich in kurzem mit Fesseln des Gerichts gebunden sehen. Ach dass selbst unter Christen Gottes Rat so vielfach geringgesch\u00e4tzt wird! Darum kennen auch so wenige unter ihnen die Freiheit, damit Christus uns befreit hat.<br><br><strong>12.<\/strong> <em><strong>Und er dem\u00fctigte ihr Herz durch M\u00fchsal.<\/strong><\/em> (W\u00f6rtl.) In den morgenl\u00e4ndischen Gef\u00e4ngnissen zwingt man die Leute oft, wie Tiere zu arbeiten. Wie sie keine Freiheit haben, so auch keine Ruhe noch Rast. Das beugt in kurzer Zeit auch das stolzeste Herz; der eingebildetste Prahler singt da bald eine andere Melodie. Ungemach und harte Arbeit verm\u00f6gen selbst einen L\u00f6wen zahm zu machen. Gott ist nicht um Mittel verlegen, die hohen Augen der Emp\u00f6rer zu erniedrigen; Kerker und Tretm\u00fchle bringen selbst Riesen zum Zittern. <em>Sie sanken hin, und niemand half.<\/em> (W\u00f6rtl.) Sie stolperten im Finstern vorw\u00e4rts unter ihrer schweren Last, bis sie endlich mit dem Angesicht auf der Erde lagen, v\u00f6llig hilflos; und niemand kam, ihnen Mitleid zu zeigen oder ihnen wieder aufzuhelfen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mochten sie nach dem heftigen Sturz mit gebrochenen Gliedern daliegen &#8211; keiner k\u00fcmmerte sich um sie. Ihr Elend blieb ungesehen, oder wenn auch jemand es beachtete, so konnte doch niemand zwischen ihnen und ihren tyrannischen Herren ins Mittel treten. In solch jammervoller Drangsal wurde der halsstarrige Israelit gebeugten Sinnes und bekam andere Gedanken \u00fcber seinen Gott sowie \u00fcber seine eigenen Verfehlungen gegen ihn. Wenn ein Menschenkind die bittere Erfahrung macht, dass alle seine Anstrengungen, sich selber zu helfen, fehlschlagen, und sich v\u00f6llig ohnm\u00e4chtig f\u00fchlt, dann ist der HERR an der Arbeit, ihn vom Stolze zu befreien und den Elenden zum Empfang der Gnade zuzubereiten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der hier bildlich beschriebene Seelenzustand ist hoffnungslos und bietet daher umso besseren Spielraum f\u00fcr das g\u00f6ttliche Eingreifen. Manche von uns erinnern sich gar wohl, wie hell die Gnade in unser Gef\u00e4ngnis hineinstrahlte und welche Musik die Ketten machten, indem sie von unseren H\u00e4nden fielen. Nichts h\u00e4tte uns befreien k\u00f6nnen als die Liebe des HERRN; ohne sie w\u00e4re uns nichts \u00fcbrig geblieben, als elend zu Grunde zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>13.<\/strong> <em><strong>Und sie zum HERRN riefen in ihrer Not.<\/strong><\/em> Erst dann! Solange unten noch irgendeine Hilfe zu hoffen war, schauten sie nicht empor. Kein Ruf des Flehens kam aus ihrem Munde, bis ihre Herzen durch M\u00fchsal gebeugt waren und ihre Hoffnungen alle tot waren &#8211; <em>da<\/em> schrien sie zu Gott. Gar mancher Mensch l\u00e4sst es lange Jahre hindurch, da es ihm wohlgeht und er eine gute Meinung von sich hat, am Darbringen dessen, was er Gebet nennt, nicht fehlen, w\u00e4hrend in Wahrheit der erste echte Ruf zu Gott ihm vielleicht erst durch das Gef\u00fchl \u00e4u\u00dferster Ratlosigkeit und jammervollen Elends ausgepresst wird. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir beten am besten, wenn wir in peinlicher Hilflosigkeit auf unser Angesicht gefallen sind. <em>Und er ihnen half aus ihren \u00c4ngsten.<\/em> Eilends und willig sandte er ihnen Befreiung. Bei ihnen hatte es lange gebraucht, bis sie zum HERRN riefen; er aber war nicht langsam mit seiner Hilfe. Sie hatten erst \u00fcberall sonst angeklopft, ehe sie zu ihm kamen; aber als sie sich an ihn wandten, fanden sie alsbald freundliche Aufnahme. Er, der sich jenen andern in der endlosen W\u00fcste als der Helfer erwies, kann auch aus dem engen Gef\u00e4ngnis retten; Schloss und Riegel k\u00f6nnen ihn nicht ausschlie\u00dfen und werden auch seine Erl\u00f6sten nicht lange einschlie\u00dfen.<br><br><strong>14.<\/strong> <strong><em>Und sie aus der Finsternis und<\/em> (dichtem) <em>Dunkel f\u00fchrte.<\/em> <\/strong>Der HERR holt durch das Walten seiner Vorsehung Gefangene aus ihren Zellen und l\u00e4sst sie wieder die k\u00f6stliche frische Luft einatmen, nimmt ihnen dann die Fesseln ab und gibt ihren schmerzenden Gliedern die ersehnte Freiheit. Ebenso befreit er Menschenkinder auch aus Sorge und Not und namentlich aus dem Elend und der Knechtschaft der S\u00fcnde. Dies tut er mit eigener Hand; durch die Erfahrung aller Gl\u00e4ubigen wird es best\u00e4tigt, dass es aus dieser Kerkerhaft keine Befreiung gibt au\u00dfer durch den Richter selbst. <em>Und ihre Bande zerriss.<\/em> Mit Gewalt befreite er sie, und so, dass sie nicht wieder gefesselt werden konnten, denn er brach ihre Ketten in St\u00fccke. Die Befreiungen, welche der HERR wirkt, sind von der vollkommensten Art und erweisen ihn als herrlichen Sieger; er l\u00e4sst die Seele weder in Finsternis noch in Banden, und nimmer erlaubt er es den M\u00e4chten der Bosheit, den befreiten Gefangenen wieder zu unterjochen. Was er tut, ist f\u00fcr immer getan. Preis sei seinem Namen.<br><br><strong>15.<\/strong> <em><strong>Die sollen dem HERRN danken um seine G\u00fcte und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut.<\/strong><\/em> Der Anblick solcher G\u00fcte bewirkt in dem rechtlich Gesinnten das Sehnen, den HERRN f\u00fcr seine erstaunliche Barmherzigkeit geb\u00fchrend geehrt zu sehen. Wer kann, wenn Kerkert\u00fcren aufspringen und Ketten zerbrochen werden, sich noch weigern, die erhabene G\u00fcte des HERRN anzubeten? Es macht einem Herzweh zu denken, dass solch gnadenreiche Wohltaten unbesungen bleiben k\u00f6nnten; es l\u00e4sst uns keine Ruhe, wir m\u00fcssen in die Menschen dringen, dass sie ihrer Verpflichtungen gedenken und den HERRN, ihren Gott, preisen.<br><br><strong>16.<\/strong> <em><strong>Dass er zerbricht eherne T\u00fcren und zerschl\u00e4gt eiserne Riegel.<\/strong><\/em> Dieser Vers geh\u00f6rt zu den vorhergehenden und fasst, was die Gefangenen an Gnaden erfahren haben, zusammen. Der HERR zerbricht die st\u00e4rksten T\u00fcren und Riegel, wenn die Stunde gekommen ist, die gefangenen Seinen zu befreien; und im bildlichen Sinn hat der Herr Jesus die allgewaltigsten geistlichen Bande zerbrochen und uns wahrhaft frei gemacht. Erz und Eisen sind wie Werg vor der Flamme der Liebe Jesu. Die Pforten der H\u00f6lle sollen uns nicht \u00fcberw\u00e4ltigen und die Riegel des Grabes uns einst nicht zur\u00fcckhalten. Alle die unter uns, welche des HERRN erl\u00f6sende Kraft erfahren haben, m\u00fcssen und werden den HERRN preisen um der Wunder der Gnade willen, die er uns zugute vollbracht hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><em><strong>17.<\/strong><\/em><\/td><td><em>Die Narren, so geplagt waren<br>um ihrer \u00dcbertretung willen und um ihrer S\u00fcnden willen,<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>18.<\/strong><\/em><\/td><td><em>dass ihnen ekelte vor aller Speise,<br>und wurden todkrank;<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>19.<\/strong><\/em><\/td><td><em>und sie zum HERRN riefen in ihrer Not,<br>und er ihnen half aus ihren \u00c4ngsten;<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>20.<\/strong><\/em><\/td><td><em>er sandte sein Wort und machte sie gesund<br>und errettete sie, dass sie nicht starben:<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>21.<\/strong><\/em><\/td><td><em>die sollen dem HERRN danken um seine G\u00fcte<br>und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>22.<\/strong><\/em><\/td><td><em>und Dank opfern und erz\u00e4hlen seine Werke mit Freuden.<\/em><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>17.<\/strong> <em><strong>Die Narren, so geplagt waren um ihrer \u00dcbertretung willen und um ihrer S\u00fcnden willen<\/strong>.<\/em> Viele Krankheiten sind die unmittelbare Folge t\u00f6richter Handlungsweise. Unsinnig in den Tag hineinlebende, den L\u00fcsten ergebene Menschen erf\u00fcllen durch Trunkenheit, Unm\u00e4\u00dfigkeit oder die Befriedigung anderer Leidenschaften ihren K\u00f6rper mit Krankheitsstoffen der schlimmsten Art. Die S\u00fcnde liegt schlie\u00dflich allen Tr\u00fcbsalen und Leiden zu Grunde, aber manche Leiden sind die unmittelbaren Ergebnisse der Gottlosigkeit; die Menschen bringen sich durch ihre s\u00fcndigen Wege selbst ins Ungl\u00fcck und sollten an ihren Schmerzen ihrer Torheit innewerden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber das Schlimmste ist, dass sie auch im Leiden Toren bleiben; und wenn man sie im M\u00f6rser zerstie\u00dfe mit dem St\u00f6\u00dfel wie Gr\u00fctze, so lie\u00dfe doch ihre Narrheit nicht von ihnen. (Spr\u00fcche 27:22) Von einer \u00dcbertretung schreiten sie zu vielen Verschuldungen fort, und selbst w\u00e4hrend sie sich unter der Zuchtrute in Schmerzen winden, h\u00e4ufen sie S\u00fcnde auf S\u00fcnde. Ach, dass selbst solche, die dem Volke Gottes angeh\u00f6ren, manchmal in so trauriger Weise den Narren spielen.<br><br><strong>18.<\/strong> <strong><em>Dass ihnen ekelte vor aller Speise.<\/em> <\/strong>Wenn die Leute krank sind, verlieren sie die Esslust; selbst die beste Speise wird ihnen widerlich, ihr Magen lehnt sich dagegen auf. <em>Und wurden todkrank,<\/em> w\u00f6rtl.: <em>waren schon nahe an den Toren des Todes.<\/em> Aus Mangel an Nahrung und durch die zerst\u00f6rende Macht der Krankheit gleiten sie allm\u00e4hlich immer tiefer hinab, bis sie an des Grabes T\u00fcr liegen, und alle Geschicklichkeit des Arztes reicht nicht hin, den Niedergang aufzuhalten. Weil sie keine Speise zu sich nehmen k\u00f6nnen, empf\u00e4ngt ihr K\u00f6rper keine St\u00e4rkung, und da die Krankheit in ihnen w\u00fctet, ist der Rest von Kraft bald durch Schmerz und Kummer aufgezehrt. Ganz \u00e4hnlich ergeht es den Seelen, welche unter der Empfindung der S\u00fcnde leiden. Sie verm\u00f6gen selbst in den k\u00f6stlichsten Verhei\u00dfungen keinen Trost zu finden, sondern wenden sich mit Widerwillen sogar von dem s\u00fc\u00dfen Evangelium ab, sodass ihre geistige Kraft immer rascher verf\u00e4llt und sie dem Grabe der Verzweiflung n\u00e4her und n\u00e4her sinken. Aber siehe da die Gnade: ob sie auch an den Toren des Todes sind, <em>ins<\/em> Grab sinken sie nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>19. <em>Und sie zum HERRN riefen in ihrer Not.<\/em><\/strong> In letzter Stunde schlie\u00dfen sie sich der Heerschar der Beter an. Auch Saul ist unter den Propheten! Der Narr vertauscht, da ihm das Sterbekleid winkt, sein Harlekinsgewand mit dem Arms\u00fcnderhemde und begibt sich auf die Knie. Zu welch einer Wunderkur f\u00fcr die Seele wird leibliche Krankheit oft durch des HERRN Gnade! <em>Und er ihnen half aus ihren \u00c4ngsten.<\/em> Das Gebet ist auf dem Siechbette so wirksam wie in der W\u00fcste und im Kerker; an allen Orten und unter allen Umst\u00e4nden kann man es mit sicherem Erfolg erproben. Auch in Betreff unserer k\u00f6rperlichen Schmerzen und Gebrechen d\u00fcrfen wir zu Gott beten und von ihm Antwort erwarten. Wenn die Krankheit alles Begehren nach Speise in uns ausgel\u00f6scht hat, so kann doch ein wahrer Hunger nach Gebetsumgang mit Gott in uns entbrennen. Und wer so schwach und krank an Leib oder Seele ist, dass er sich an Gottes Wort nicht mehr n\u00e4hren kann, der mag sich doch noch an Gott unmittelbar wenden und bei ihm Gnade finden.<br><br><strong>20.<\/strong> <strong><em>Er sandte sein Wort und machte sie gesund.<\/em> <\/strong>Niemand wird durch Arznei allein geheilt, sondern durch das Wort, das aus dem Mund des HERRN geht (5. Mose 8:3), wird der Mensch vom Versinken ins Grab gerettet. Ein <em>Wort<\/em> gen\u00fcgt, Ein Wort hat es tausendmal vollbracht. <em>Und errettete sie, dass sie nicht starben,<\/em> w\u00f6rtl.: <em>und lie\u00df sie aus ihren<\/em> (Fall-) <em>Gruben entrinnen.<\/em> So tief sie in Leiden versunken, in so mancherlei t\u00f6dlichen Gefahren sie gefangen sind, sie entkommen dennoch. Das Wort des HERRN hat eine m\u00e4chtig befreiende Kraft; er braucht nur zu sprechen, so weichen alle Hindernisse und fliehen in einem Augenblick die Heerscharen des Todes. S\u00fcndenkranke Seelen sollten dieser Macht des <em>Wortes<\/em> gedenken und es oft und viel h\u00f6ren und sinnend zu Herzen nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In geistlicher Deutung beschreiben diese Verse in der Tat treffend eine s\u00fcndenm\u00fcde, s\u00fcndenkranke Seele. So sehr sie sich damit noch als <em>t\u00f6richt<\/em> erweist, sie weigert sich doch, zum Bewusstsein der Schuld erwacht, alles und jedes Trostes, auch dessen aus der rechten Quelle, und starre Stumpfheit der Verzweiflung l\u00e4hmt sie. Sie sieht nichts als ringsum g\u00e4nzliches Verderben in den mannigfachsten Gestalten; des Todes Tore stehen weit ge\u00f6ffnet vor ihr, und eben dorthin f\u00fchlt sie mit Gewalt sich hingerissen. Da wird die Seele dazu getrieben, in ihrem bitteren Kummer zu dem HERRN zu schreien, und Christus, das ewige Wort, kommt mit seiner heilenden Kraft in der \u00e4u\u00dfersten Not und rettet sie aufs v\u00f6lligste.<br><br><strong>21.<\/strong> <em><strong>Die sollen dem HERRN danken um seine G\u00fcte und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut.<\/strong><\/em> Es ist erstaunlich, dass Menschen von schwerer Krankheit wiederhergestellt werden und sich dennoch weigern k\u00f6nnen, dem HERRN zu danken. Es scheint unm\u00f6glich, dass sie solch gro\u00dfe Wohltat sollten vergessen k\u00f6nnen; wir w\u00fcrden vielmehr erwarten, dass sowohl sie selbst als auch ihre Freunde, denen sie wiedergeschenkt sind, sich zu lebenslangem Dank vereinigten. Doch wenn zehn geheilt werden, kehrt selten mehr als einer zur\u00fcck, um Gott zu preisen. Noch immer erklingt die wehm\u00fctige Frage: Wo sind aber die neune? Wenn der gro\u00dfe Arzt eine seiner herrlichen geistlichen Kuren vollbracht hat, ist dankerf\u00fclltes Lob eines der sichersten Zeichen der erneuerten Gesundheit. Ein Gem\u00fct, das von der Krankheit der S\u00fcnde und der Pein des Schuldbewusstseins erl\u00f6st ist, muss und wird den Wunderarzt anbetend preisen; doch w\u00e4re es gut, wenn solchen Lobes noch tausendmal mehr w\u00e4re.<br><br><strong>22.<\/strong> <strong><em>Und Dank<\/em> (-Opfer) <em>opfern.<\/em> <\/strong>Bei solchem Anlass geziemen sich Gaben und Opfer neben den Worten des Herzens. Lasset dem liebreichen Arzt den Ehrenlohn der Dankbarkeit zuteilwerden. M\u00f6ge das ganze Leben fernerhin ihm geweiht sein, der es verl\u00e4ngert hat, m\u00f6ge die Tat selbstverleugnender Dankbarkeit fort und fort wiederholt werden: es erfordert viele freudige Opfer, soll jene wunderbare Wohltat geb\u00fchrend gefeiert werden. <em>Und erz\u00e4hlen seine Werke mit Freuden,<\/em> w\u00f6rtl.: <em>mit Jubel.<\/em> Solche Erfahrungen sind des Erz\u00e4hlens wert, denn dies pers\u00f6nliche Bezeugen des Erlebten ehrt Gott, f\u00f6rdert uns selbst, tr\u00f6stet andere und stellt allen Menschen Tatsachen betreffend die g\u00f6ttliche G\u00fcte vor Augen, deren Eindruck sie sich nicht werden entziehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><em><strong>23.<\/strong><\/em><\/td><td><em>Die mit Schiffen auf dem Meer fuhren<br>und trieben ihren Handel in gro\u00dfen Wassern;<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>24.<\/strong><\/em><\/td><td><em>die des HERRN Werke erfahren haben<br>und seine Wunder im Meer,<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>25.<\/strong><\/em><\/td><td><em>wenn er sprach und einen Sturmwind erregte,<br>der die Wellen erhob,<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>26.<\/strong><\/em><\/td><td><em>und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund fuhren,<br>dass ihre Seele vor Angst verzagte,<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>27.<\/strong><\/em><\/td><td><em>dass sie taumelten und wankten wie ein Trunkener<br>und wussten keinen Rat mehr;<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>28.<\/strong><\/em><\/td><td><em>und sie zum HERRN schrien in ihrer Not,<br>und er sie aus ihren \u00c4ngsten f\u00fchrte<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>29.<\/strong><\/em><\/td><td><em>und stillte das Ungewitter,<br>dass die Wellen sich legten,<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>30.<\/strong><\/em><\/td><td><em>und sie froh wurden, dass es stille worden war,<br>und er sie zu Lande brachte nach ihrem Wunsch:<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>31.<\/strong><\/em><\/td><td><em>die sollen dem HERRN danken um seine G\u00fcte<br>und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>32.<\/strong><\/em><\/td><td><em>und ihn bei der Gemeinde preisen<br>und bei den Alten r\u00fchmen.<\/em><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>23.<\/strong> <strong><em>Die mit Schiffen auf dem Meer fuhren.<\/em> <\/strong>Gro\u00dfe Meerfahrten waren bei den Israeliten so wenig \u00fcblich, dass die Seeleute mit einem reichen Zauber von Geheimnissen umgeben erschienen und man zu ihrem Handwerk als einem von ganz besonderer K\u00fchnheit und Gef\u00e4hrlichkeit empor sah. Geschichten von Seereisen erf\u00fcllten alle Gem\u00fcter mit Schauern, und wer nach Ophir oder Tarsis gewesen und lebendig zur\u00fcckgekehrt war, wurde als ein ber\u00fchmter Mann angestaunt, als ein alter, wettererfahrener Seemann, dem man mit ehrerbietiger Aufmerksamkeit lauschen m\u00fcsse. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man betrachtete das Hinausfahren aufs Meer als ein Hinabsteigen in einen Abgrund, wie es hier w\u00f6rtlich hei\u00dft: <em>die sich mit Schiffen aufs Meer hinabbegaben<\/em>, w\u00e4hrend unsere jetzigen mehr des Meeres gewohnten Schiffer von der <em>hohen<\/em> See sprechen. <em>Und trieben ihren Handel in gro\u00dfen Wassern.<\/em> H\u00e4tte das Gesch\u00e4ft sie nicht dazu getrieben, so w\u00fcrden sie sich niemals auf den Ozean gewagt haben; denn wir lesen in der Schrift nie von jemand, der sich zum Vergn\u00fcgen aufs Meer begeben h\u00e4tte. Das Gem\u00fct des Israeliten war dem Seefahren so abgeneigt, dass wir nicht einmal von Salomo h\u00f6ren, er habe sich eine Lustjacht gehalten. Das Mittell\u00e4ndische Meer war f\u00fcr David und seine Landsleute das Gro\u00dfe Meer, und sie schauten zu solchen, die darauf Handel trieben, mit einem nicht geringen Ma\u00dfe von Bewunderung auf.<br><br><strong>24.<\/strong> <strong><em>Die des HERRN Werke erfahren<\/em> (w\u00f6rtl.: <em>geschaut<\/em>) <em>haben.<\/em> <\/strong>Ganz anders als die Landbewohner sehen sie die gro\u00dfartigsten Werke Gottes, oder doch wenigstens solche, welche Leute, die immer daheim geblieben sind, so beurteilen, wenn sie davon erz\u00e4hlen h\u00f6ren. Statt dass das Weltmeer sich als eine von Wasser erf\u00fcllte Ein\u00f6de erweist, ist es vielmehr voll von Gesch\u00f6pfen des Allm\u00e4chtigen, und wenn wir es wie Jona versuchen wollten, seiner Gegenwart zu entrinnen, indem wir an das \u00e4u\u00dferste Meer entfl\u00f6hen, so w\u00fcrden wir nur Jahovah dem Ewigen in die Arme laufen und uns so recht mitten in seiner Werkstatt finden. <em>Und seine Wunder im Meer.<\/em> <em>In<\/em> oder <em>auf der<\/em> strudelnden <em>Tiefe<\/em> sehen sie Wunder. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das wogende Meer ist an sich schon ein Wunder und wimmelt von Wundern. Weil sich den Seeleuten viel weniger Gegenst\u00e4nde augenf\u00e4llig darbieten, so wird bei ihnen die Beobachtungsgabe weit mehr gesch\u00e4rft als bei den Bewohnern des Festlandes; deshalb wird von ihnen hier mit Nachdruck gesagt, dass sie die Wunder der Tiefe <em>sehen<\/em>. Zugleich enth\u00e4lt aber der Ozean auch in der Tat viele besonders merkw\u00fcrdige Gesch\u00f6pfe Gottes und ist er der Schauplatz so mancher ungemein schauerlichen Naturereignisse, durch welche sich die Macht und Majest\u00e4t des HERRN unter den Menschen offenbaren. Die vornehmsten Wunder, welche der Psalmist nun vor Augen f\u00fchrt, sind ein pl\u00f6tzlicher Sturm und die darauf folgende Stille.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht alle Gl\u00e4ubigen haben die gleiche tiefe Erfahrung; aber zu weisen Zwecken, damit sie f\u00fcr ihn gewinnreichen Handel treiben, schickt der HERR etliche seiner Heiligen auf das tiefe Meer der Seelenleiden, und dort schauen sie, wie andere es nicht verm\u00f6gen, die Wunder der g\u00f6ttlichen Gnade. Indem sie die Tiefen der Erkenntnis des inneren Verderbens, die Wasserw\u00fcste der Armut, die Wogen der Verfolgung und die brandenden Klippen der Anfechtung durchsegeln, kommt ihnen in einzigartiger Weise zum Bewusstsein, dass sie Gott vor allem haben m\u00fcssen, und sie finden ihn.<br><br><strong>25.<\/strong> <em><strong>Wenn er sprach<\/strong><\/em>: sein Wort gen\u00fcgt f\u00fcr alles; er hat nur zu wollen, so tobt ein Unwetter. <em>Und einen Sturmwind erregte.<\/em> Dieser schien vordem zu schlafen; aber er kennt seines Meisters Stimme, auf seinen Befehl erhebt er sich im Nu und mit der ganzen Heftigkeit seiner Gewalt. <em>Der die Wellen erhob.<\/em> Die glasige Fl\u00e4che des Meeres wird gebrochen, unz\u00e4hlige wei\u00dfe Wellenk\u00f6pfe erscheinen und rollen und werfen sich ungest\u00fcm hin und her, je nachdem wie der Wind auf sie st\u00f6\u00dft. W\u00e4hrend sie vorher ganz stille ruhten, erheben sich die Wogen jetzt mit Macht und springen hoch gen Himmel auf, sobald das Heulen des Windes sie aufweckt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So bedarf es auch nur eines Wortes von Gott, und alsbald befindet sich die Seele in st\u00fcrmischer See und wird von tausend Anfechtungen hin- und hergeworfen. Zweifel, Bef\u00fcrchtungen, Schrecken, \u00c4ngste aller Art erheben ihre H\u00e4upter gleich ebenso vielen erbosten Wogen, wenn der HERR es den Sturmwinden einmal erlaubt, \u00fcber uns hereinzubrechen.<br><br><strong>26.<\/strong> <em><strong>Und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund fuhren.<\/strong><\/em> Auf dem R\u00fccken der Welle emporgetragen, scheinen die Schiffer mit ihrem Schiffe himmelan klimmen zu wollen; aber nur f\u00fcr einen Augenblick, denn gleich darauf sind sie wieder in dem Hohlraum zwischen zwei Wellen und scheint es, als ob der Abgrund sie verschl\u00e4nge. Als w\u00e4re das m\u00e4chtige Schiff nur eine M\u00f6we, so werden die Seefahrer auf- und niedergeschaukelt vom tiefen Grunde bis zu der Spitze der Wellen. <em>Dass ihre Seele vor Angst verzagte.<\/em> M\u00fcde, durchn\u00e4sst, entmutigt, an der Rettung verzagend, zerschmilzt ihnen das Herz gleichsam zu Wasser, und all ihre Mannhaftigkeit scheint sie verlassen zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diejenigen von uns, welche sich auf der geistlichen Wogenflut in einem der gro\u00dfen St\u00fcrme befunden haben, die zuzeiten die Seele ersch\u00fcttern, wissen, was dieser Vers bedeutet. In solchen seelischen Wirbelst\u00fcrmen wechselt Vermessenheit mit Verzweiflung, Gleichg\u00fcltigkeit mit tiefster Seelenpein. Man hat kein Herz mehr zu irgendetwas, der Mut ist dahin, die Hoffnung fast erstorben. Solche Erlebnisse sind so wirklich wie das Hin- und Hergeschleudertwerden in einem Meeressturme, nur noch weit schrecklicher. Unser etliche haben gar manches solcher seelischen Unwetter ausgehalten und haben da wahrlich des HERRN Wunderwerke gesehen!<br><br><strong>27.<\/strong> <strong><em>Dass sie taumelten<\/em> (w\u00f6rtlich: <em>sich<\/em> im Kreis\u00a0<em>drehten<\/em>) <em>und wankten wie ein Trunkener.<\/em><\/strong> Die heftigen Bewegungen des Schiffes lassen die Menschen sich nicht auf den F\u00fc\u00dfen halten, und die Angst bringt sie um alle Kraft, ihren Verstand zu gebrauchen, so dass sie Betrunkenen gleichen. <em>Und wussten keinen Rat mehr.<\/em> Was sollen sie noch tun? Sie haben alle K\u00fcnste der Schifffahrtskunde angewandt, aber das Schiff wird so bedr\u00e4ngt und umhergeschleudert, dass all ihre Weisheit aus ist und sie nicht wissen, wie sie es flott halten sollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch hier stimmt das Logbuch des geistlichen Seefahrers mit dem des Schiffers auf dem Meer\u00a0\u00fcberein. Wie schrecklich war das Hin- und Herschwanken! Wir konnten keinen festen Fu\u00df mehr fassen, an nichts mehr uns halten. Wir wussten nicht, was zu machen war, und h\u00e4tten nichts tun k\u00f6nnen, auch wenn wir gewusst h\u00e4tten, was zu tun sei. Wir waren wie Menschen, deren Sinne sich verwirrt haben, und befanden uns in einer so schrecklichen Gem\u00fctsverfassung, dass unterzugehen uns besser erschienen w\u00e4re als dieses schauerliche Hangen und Bangen. Alle unsere Weisheit war zu Ende; wir wussten nur eins: dass es so nicht weiter gehen k\u00f6nne.<br><br><strong>28.<\/strong> <em><strong>Und sie zum HERRN schrien in ihrer Not.<\/strong><\/em> Wiewohl es mit all ihrer Vernunft aus zu sein schien, waren sie doch noch vern\u00fcnftig genug zu beten; ihr Herz, das zerschmolzen war, ergoss sich in dringendem Flehen um Hilfe. Das war gut und es endete gut, denn es hei\u00dft weiter: <em>und er sie aus ihren \u00c4ngsten f\u00fchrte.<\/em> Was ist doch im Sturme das Beten ein trefflich Ding! Beten k\u00f6nnen wir, auch wenn wir wanken und schwanken und mit aller unserer Weisheit zu Ende sind. Gott h\u00f6rt uns auch beim Krachen des Donners und wird uns aus dem Wetter antworten (Hiob 38:1). Er war es, der all die Not \u00fcber die Seeleute gebracht hatte, darum taten sie wohl daran, sich an ihn zu wenden um Hinwegnahme derselben; und sie schauten nicht vergeblich aus.<br><br><strong>29.<\/strong> <strong><em>Er stillte den Sturm zum S\u00e4useln.<\/em> (Grundtext)<\/strong> Er offenbarte seine Macht in der pl\u00f6tzlichen und erstaunlichen Wandlung, die auf sein Gehei\u00df eintrat. Er hatte das Sturmwetter kommen hei\u00dfen, und jetzt befiehlt er Stille. Gott ist in allen Naturerscheinungen, und wir tun wohl daran, sein Wirken anzuerkennen. <em>Dass die Wellen sich legten.<\/em> Sie sinken in feierlichem Schweigen zu seinen F\u00fc\u00dfen nieder. Wo sich eben noch m\u00e4chtige Wogen auft\u00fcrmten, da ist kaum noch ein Kr\u00e4useln zu sehen. Wenn Gott Stille schafft, dann ist\u2019s wahre Ruhe, ein Friede, der h\u00f6her ist denn alle Vernunft. Er kann auch den Gem\u00fctszustand eines Menschen in einem Augenblick so v\u00f6llig wandeln, dass es ihm als ein wahres Wunder erscheint, sich so pl\u00f6tzlich aus dem tobenden Sturm in heitere Stille versetzt zu sehen. O dass der HERR solches auch in dem Leser wirke, wenn dessen Herz etwa jetzt gerade, sei es von \u00e4u\u00dferen N\u00f6ten, sei es von inneren \u00c4ngsten, wie vom Sturme umhergeschlagen wird. HERR, sprich das Befehlswort, das eine Wort, das n\u00f6tig ist, so wird alsbald eine gro\u00dfe Stille werden. (Markus 4:39.)<br><br><strong>30.<\/strong> <em><strong>Und sie froh wurden, dass es stille worden war<\/strong>.<\/em> Nur wer selbst schon in einem Sturme auf dem Meer gewesen ist, vermag diese Worte ganz nachzuf\u00fchlen. Nach solchem Erlebnis kann keine Musik lieblicher sein als das Rasseln der Ketten, wenn die Matrosen den Anker niederlassen, und kein Ort erscheint dann begehrenswerter als die kleine Bucht oder der weite Meerbusen, wo das Schiff nun in Frieden ruht. <em>Und er sie zu dem Hafen brachte, dahin sie verlangten.<\/em> (Grundtext) Je rauher die Fahrt, desto sehnlicher schauen die Seeleute nach dem Hafen aus, und auch uns wird der Himmel immer mehr zum ersehnten Hafen, je mehr unsere Tr\u00fcbsale zunehmen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch St\u00fcrme und durch g\u00fcnstige Brisen, durch Ungewitter und heiteren Sonnenschein bringt unser herrlicher Lotse, der Beherrscher des Meeres, die Seefahrer zum Hafen und seine Auserw\u00e4hlten zum Himmel. Ihm geb\u00fchrt die Ehre f\u00fcr die gl\u00fcckliche Schifffahrt durch das Meer der Zeit, und wenn wir einst im Strom des Lebens droben wohlgeborgen vor Anker liegen, werden wir daf\u00fcr sorgen, dass sein Ruhm nicht vergessen wird. L\u00e4ngst w\u00e4ren wir ein unbrauchbares Wrack, wenn seine Hand uns nicht bewahrt h\u00e4tte, und alle unsere Hoffnung, die St\u00fcrme der Zukunft zu \u00fcberstehen, ruht auf seiner Weisheit, Macht und Treue. Wie wird der himmlische Hafen von dankerf\u00fcllten Freudenrufen widerhallen, wenn wir einst an seinem paradiesischen Gestade gelandet sind.<br><br><strong>31.<\/strong> <em><strong>Die sollen dem HERRN danken um seine G\u00fcte und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut.<\/strong><\/em> Lasset das Meer erschallen von Jahovahs Lobpreis um seiner rettenden Gnade willen. M\u00f6ge der Seefahrer, wenn er seinen Fu\u00df auf die K\u00fcste setzt, das feierliche Loblied gen Himmel aufsteigen lassen, und m\u00f6gen andere, die ihn also aus dem Rachen des Todes errettet sehen, in seinen tiefbewegten Dank mit einstimmen.<br><br><strong>32.<\/strong> <em><strong>Und ihn bei der Gemeinde preisen.<\/strong><\/em> Die Danksagung f\u00fcr solche Wohltaten sollte \u00f6ffentlich erstattet werden, dort wo die Menschenkinder zum Gottesdienst zusammenkommen. <em>Und im Rat der Alten<\/em> (Grundtext) <em>ihn r\u00fchmen.<\/em> Der Lobpreis soll mit gro\u00dfer Feierlichkeit dargebracht werden in der Gegenwart der M\u00e4nner, die, an Jahren, an Erfahrung und an Einfluss reich, als H\u00e4upter des Volkes im Rate sitzen. Vornehmliche Gnadenerweisungen erfordern auch eine vornehme, feierliche Weise des Dankes; darum werde das Opfer dargebracht mit dem geb\u00fchrenden Wohlanstand und w\u00fcrdevollem Ernst. Oft wenn die Leute davon h\u00f6ren, wie Menschen mit knapper Not dem schrecklichen Schicksal\u00a0entronnen sind, Schiffbruch zu leiden, gleiten sie mit einer leichtfertigen Bemerkung von gutem Gl\u00fcck und dergleichen \u00fcber die Sache hinweg; aber man sollte wahrlich mit solchen ernsten Dingen nicht spielen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn eine Seele in schweren geistlichen St\u00fcrmen gewesen ist und endlich Frieden gefunden hat, so wird daraus ganz naturgem\u00e4\u00df als heilige Pflicht und seliges Vorrecht das \u00f6ffentliche Bekenntnis der Gnade des HERRN vor seinem Volke erfolgen, und es ist schicklich und n\u00fctzlich, dass dies in der Gegenwart derer geschehe, welche in der Gemeinde mit der W\u00fcrde heiligen Dienstes bekleidet sind und infolge ihrer reiferen Jahre auch besser bef\u00e4higt sind, ein solches Zeugnis zu w\u00fcrdigen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><em><strong>33.<\/strong><\/em><\/td><td><em>Er machte B\u00e4che trocken<br>und lie\u00df Wasserquellen versiegen,<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>34.<\/strong><\/em><\/td><td><em>dass ein fruchtbar Land zur Salzw\u00fcste wurde<br>um der Bosheit willen derer, die drinnen wohnten.<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>35.<\/strong><\/em><\/td><td><em>Er machte das Trockne wiederum wasserreich<br>und im d\u00fcrren Lande Wasserquellen<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>36.<\/strong><\/em><\/td><td><em>und hat die Hungrigen dahin gesetzt,<br>dass sie eine Stadt zurichteten, da sie wohnen konnten<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>37.<\/strong><\/em><\/td><td><em>und \u00c4cker bes\u00e4en und Weinberge pflanzen m\u00f6chten<br>und die j\u00e4hrlichen Fr\u00fcchte gew\u00f6nnen.<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>38.<\/strong><\/em><\/td><td><em>Und er segnete sie, dass sie sich sehr mehrten,<br>und gab ihnen viel Viehes.<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>39.<\/strong><\/em><\/td><td><em>Sie waren niedergedr\u00fcckt und geschw\u00e4cht<br>von dem B\u00f6sen, das sie gezwungen und gedrungen hatte.<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>40.<\/strong><\/em><\/td><td><em>Er sch\u00fcttete Verachtung auf die F\u00fcrsten<br>und lie\u00df sie irren in der W\u00fcste, da kein Weg ist,<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>41.<\/strong><\/em><\/td><td><em>und sch\u00fctzte den Armen vor Elend<br>und mehrte sein Geschlecht wie eine Herde.<\/em><\/td><\/tr><tr><td><em><strong>42.<\/strong><\/em><\/td><td><em>Solches werden die Frommen sehen und sich freuen;<br>und aller Bosheit wird das Maul gestopft werden.<\/em><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>33.<\/strong> <em><strong>Er machte Str\u00f6me zur W\u00fcste und Quellorte von Gew\u00e4ssern zu d\u00fcrrem Land.<\/strong><\/em> (W\u00f6rtl.) Wenn der HERR es mit widersetzlichen Menschen zu tun hat, kann er ihnen leicht die Segnungen entziehen, deren sie sich am sichersten w\u00e4hnen. Die m\u00e4chtigen Str\u00f6me und immer flie\u00dfenden Quellen ihres Landes k\u00f6nnen ihnen, so meinen sie, doch nie genommen werden; aber der HERR vermag ihnen mit einem Worte auch diese zu entziehen. In hei\u00dfen L\u00e4ndern trocknen bei lange anhaltender D\u00fcrre auch gr\u00f6\u00dfere Fl\u00fcsse g\u00e4nzlich aus, und selbst m\u00e4chtige Quellen versiegen, und das Gleiche hat sich auch anderw\u00e4rts ereignet, wenn zum Beispiel etwa gro\u00dfe Ersch\u00fctterungen der Erdoberfl\u00e4che eintraten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Menschenleben finden diese Naturkatastrophen ihr Gegenst\u00fcck, wenn der Handel aufh\u00f6rt, Gewinn zu bringen, und Quellen des Reichtums versiegen, wenn uns Gesundheit und Arbeitskraft genommen, unentbehrlich scheinende Hilfe von Freunden entzogen und Verbindungen, die uns den Genuss der Annehmlichkeiten des Lebens gew\u00e4hrten, abgebrochen werden. So kann auf dem geistlichen Gebiet auch das fruchtbarste Amtsleben d\u00fcrr werden oder doch f\u00fcr uns versiegen, k\u00f6nnen die genussreichsten Betrachtungen aufh\u00f6ren uns Nutzen zu bringen, und die ehedem gesegnetsten Andachts\u00fcbungen der Erquickung leer werden, die sie unserem geistlichen Leben gew\u00e4hrten. Da Gott allein es ist, der Trost, Frieden und Freude in uns schwellen macht oder versiegen l\u00e4sst, ziemt es uns, mit ehrfurchtsvoller Dankbarkeit vor ihm zu wandeln und so zu leben, dass es f\u00fcr ihn nicht ein Gebot der Notwendigkeit wird, uns mit Entziehung seiner Gnadenmittel zu strafen.<br><br><strong>34.<\/strong> <strong><em>Dass ein fruchtbar Land zur Salzw\u00fcste wurde.<\/em> <\/strong>Das ist in nicht wenigen F\u00e4llen geschehen, in der allbekanntesten Weise im Lande des Dichters selbst an Sodom und Gomorra. Und ist nicht das ganze Land Israel, das einst ein Kleinod, eine Zierde vor allen L\u00e4ndern war (Hesekiel 20:6-15), jetzt fast eine W\u00fcste? <em>Um der Bosheit willen derer, die drinnen wohnten.<\/em> Die S\u00fcnde ist die Ursache all des Erdenjammers. Sie machte zuerst den Erdboden unfruchtbar in den Tagen unseres Vaters Adam, und sie breitet heute noch einen giftigen Mehltau \u00fcber alles, das sie ber\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir des Salzes der Heiligkeit ermangeln, wird uns bald das Salz der Unfruchtbarkeit bedecken. Bringen wir dem HERRN keine Ernte des Gehorsams, so kann er dem Acker verbieten, uns Garben zu n\u00e4hrendem Brot zu geben (vergl. 1. Mose 4:12), und was dann? Wenn wir Gutes in B\u00f6ses verkehren, k\u00f6nnen wir uns dann wundern, wenn der HERR uns mit gleichem vergilt und unsere Niedertr\u00e4chtigkeit in unseren Busen zur\u00fcckkehren l\u00e4sst? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manche unfruchtbare Gemeinde und Kirche verdankt ihren gegenw\u00e4rtigen traurigen Zustand ihrem unverantwortlichen Verhalten, und mehr als nur ein Christ, der jetzt einer \u00f6den W\u00fcste gleicht, ist in diesen ungl\u00fcckseligen Zustand dadurch gekommen, dass sein Wandel vor dem allsehenden Auge Gottes nachl\u00e4ssig und ungeheiligt war. O m\u00f6ge doch kein Gl\u00e4ubiger, dessen Leben jetzt n\u00fctzlich ist, sich der Gefahr aussetzen, die ihm verliehenen Gnadengaben und -vorrechte zu verlieren, sondern m\u00f6ge er wachsam und n\u00fcchtern sein, auf dass sein ganzer Lauf gesegnet sei bis zum Ende und er das Ziel erreiche.<br><br><strong>35.<\/strong> <strong><em>Er machte das Trockne wiederum wasserreich.<\/em> <\/strong>Mit einer abermaligen Wendung seiner Hand gibt der HERR v\u00f6llig, ja \u00fcberschwenglich wieder, was er im Gericht hinweggenommen. Er tut sein Gnadenwerk in wahrhaft k\u00f6niglicher Art; denn ein tiefer Wassersee ist zu schauen, wo vordem nur eine Sandw\u00fcste war. Nicht durch Gesetze der Natur, die durch eine ihnen eingegebene Kraft selbstt\u00e4tig wirken, wird dies Wunder vollbracht, sondern unmittelbar durch ihn &#8211; <em>er macht<\/em> aus einer W\u00fcste einen Wassersee (Luther 1524). <em>Und im d\u00fcrren Lande Wasserquellen.<\/em> Unversiegbarkeit, reiche F\u00fclle und stetige Frische, das alles verbindet sich uns mit dem Bild der Quelle, und solche Wasserquellen werden nun da geschaffen, wo vorher alles d\u00fcrr war. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Wunder der Gnade ist das genaue Gegenst\u00fcck der in den vorhergehenden Versen geschilderten Gerichtstat und wird von ebenderselben Hand bewirkt. Ebenso vollbringt die Barmherzigkeit des HERRN in der Gemeinde wie im einzelnen Gl\u00e4ubigen bald erstaunliche Umwandlungen, wo die wieder zurechtbringende und erneuernde Gnade ihr gesegnetes Werk beginnt. Ach, dass wir diesen Vers \u00fcberall um uns her und in unseren eigenen Herzen sich erf\u00fcllen sehen d\u00fcrften! Dann w\u00fcrden diese Worte uns als Ausruf dankbaren Erstaunens und als Lied wohlgeziemenden Lobpreises dienen.<br><br><strong>36.<\/strong> <em><strong>Und hat die Hungrigen dahin gesetzt<\/strong>,<\/em> sie daselbst sesshaft gemacht, wo vordem niemand wohnen konnte. Sie werden den Wechsel zu sch\u00e4tzen wissen und Gottes G\u00fcte geb\u00fchrend w\u00fcrdigen. Wie die D\u00fcrre des Landes ihr Darben verursacht hatte, so wird die Fruchtbarkeit desselben nunmehr allen Mangel f\u00fcr immer verbannen, und sie werden sich in dem gesegneten Gefilde niederlassen als gl\u00fcckliche und dankbare Menschenkinder, die Gott f\u00fcr jede Handvoll Korn preisen, die ihnen der Acker darreicht. Niemand ist so bereit, Gott f\u00fcr seine reichen Gnaden den schuldigen Zins des Lobpreises zu erstatten, als wer aus Erfahrung wei\u00df, was es hei\u00dft, Gottes Segnungen entbehren zu m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus hungrigen Seelen quillt s\u00fc\u00dfe Musik, wenn der HERR sie mit seinen Gnadeng\u00fctern s\u00e4ttigt. Geh\u00f6ren wir zu den Hungernden? Oder sind wir zufrieden mit den Tr\u00e4bern dieser armseligen, schmutzigen Welt? <em>Dass sie eine Stadt zurichteten, da sie wohnen konnten.<\/em> Wenn dem Erdreich die befruchtende Feuchtigkeit zustr\u00f6mt und menschlicher Flei\u00df es bebaut, so schie\u00dfen D\u00f6rfer und St\u00e4dte aus der Erde und wimmeln von Einwohnern; und wenn die Gnade \u00fcberm\u00e4chtig wird, wo ehedem die S\u00fcnde herrschte, finden Herzen Frieden und wohnen in Gottes Liebe als in einer festen Stadt. Die Gemeinde Gottes wird erbaut, wo einst alles eine W\u00fcste war, wenn der HERR die Str\u00f6me des Evangeliums sich dahin ergie\u00dfen l\u00e4sst.<br><br><strong>37.<\/strong> <em><strong>Und \u00c4cker bes\u00e4en und Weinberge pflanzen m\u00f6chten und die j\u00e4hrlichen Fr\u00fcchte gew\u00f6nnen<\/strong>.<\/em> Die Menschen wirken, wenn Gott wirkt. Sein Segen l\u00e4sst den S\u00e4emann mutig seine Hoffnungsarbeit tun, ermuntert den Pflanzer bei seinem m\u00fchsamen Werk\u00a0und gibt dem flei\u00dfigen Landmann in der Ernte den Lohn. Nicht nur die unumg\u00e4nglich notwendigen Lebensbed\u00fcrfnisse, sondern auch liebliche Gen\u00fcsse, Wein sowohl als Brotkorn, werden dem Menschen zuteil, wenn der Allm\u00e4chtige dem Himmel gebietet, den Regen zu geben, dass er die Wasserl\u00e4ufe f\u00fclle. G\u00f6ttliche Gnadenheimsuchungen bringen gro\u00dfe geistliche Reicht\u00fcmer, bef\u00f6rdern mannigfaltige Werke des Glaubens und Arbeiten der Liebe und lassen gute Frucht jeglicher Art in F\u00fclle erwachsen zu unserer Freude und Gottes Preis. Wenn Gott den Segen sendet, so setzt er damit die menschliche Anstrengung nicht au\u00dfer Wirksamkeit, sondern ermuntert und entfaltet vielmehr die Kr\u00e4fte. Paulus pflanzt, Apollos begie\u00dft, und Gott gibt das Gedeihen.<br><br><strong>38.<\/strong> <em><strong>Und er segnete sie, dass sie sich sehr mehrten, und gab ihnen viel Viehes<\/strong>.<\/em> Gottes Segen ist\u2019s, der alles schafft. Er macht nicht nur die Menschen gl\u00fccklich, sondern bringt die Menschen selbst hervor, indem er sie sich mehren l\u00e4sst auf Erden. Als der HERR das erste Menschenpaar schuf, segnete er sie und sprach zu ihnen: &#8222;Seid fruchtbar und mehret euch&#8220;, und hier finden wir eine Erneuerung des uranf\u00e4nglichen Segens. Lasst uns beachten, dass es dem Vieh sowohl als den Menschen gut ergeht, wenn Gott sein Volk gn\u00e4dig heimsucht; die Tiere nehmen mit den Menschen teil an der G\u00fcte oder Strenge des Waltens der g\u00f6ttlichen Vorsehung. Die Herden bleiben von Mangel und Seuchen verschont, wenn Gott einem Volke gn\u00e4dig ist; verh\u00e4ngt er aber Z\u00fcchtigungen \u00fcber die S\u00fcnder, so siechen Schafe und Rinder dahin. Ach, dass die V\u00f6lker in Zeiten des Gedeihens doch die gn\u00e4dige Hand Gottes anerkennen wollten; denn seinem Segen allein verdanken sie alles.<br><br><strong>39. <em>Und sie wurden<\/em> (dann wieder) <em>wenig und kamen herunter<\/em> (wurden gebeugt) <em>durch den Druck des Ungl\u00fccks und Jammers.<\/em><\/strong> (Grundtext) Wie sie sich in Gesinnung und Wandel \u00e4nderten, so wandelten sich auch ihre Umst\u00e4nde. In dem Alten Bunde lie\u00df sich das sehr deutlich beobachten; Aufschwung und Niedergang waren bei Israel die unmittelbaren Folgen von S\u00fcnde und Bu\u00dfe. Bibel und Menschenerfahrung haben einen reichen Schatz an W\u00f6rtern f\u00fcr die mannigfaltige Tr\u00fcbsal unseres Geschlechts. Gott hat vielerlei Ruten, und wir haben vielerlei Schmerzen; und alles, weil wir viele S\u00fcnden haben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">V\u00f6lker wie christliche Gemeinden nehmen bald ab an Zahl, wenn sie an Gnade bei Gott abnehmen. Ist\u2019s um unsere Liebe zum HERRN schwach bestellt, so braucht es uns nicht zu wundern, wenn er uns auch in anderen Dingen schwach werden l\u00e4sst. Gott kann das Tempo unserer Wohlfahrt gr\u00fcndlich \u00e4ndern und uns ein <em>Diminuendo<\/em><sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"1\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000a3d0000000000000000_6503\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000a3d0000000000000000_6503-1\">1<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-0000000000000a3d0000000000000000_6503-1\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"1\">in der Tonst\u00e4rke abnehmend<\/span>; allm\u00e4hlich leiser werdend taktieren, wo wir in m\u00e4chtigem <em>Crescendo<\/em><sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"2\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000a3d0000000000000000_6503\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000a3d0000000000000000_6503-2\">2<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-0000000000000a3d0000000000000000_6503-2\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"2\">allm\u00e4hlich lauter werdend, im Ton anschwellend<\/span> fortzufahren gedachten; darum lasst uns mit gro\u00dfer Sorgfalt vor ihm wandeln, stets dessen eingedenk, wie abh\u00e4ngig wir davon sind, dass er sein Angesicht freundlich \u00fcber uns leuchten l\u00e4sst.<br><br><strong>40.41.<\/strong> <strong>In diesen beiden Versen wird uns gezeigt, wie der HERR nach freiem Belieben das Schicksalsrad dreht<\/strong>. Er zollt des Menschen eingebildeter Hoheit keine Huldigung, sondern immer wieder erf\u00fcllt sich, was schon im Buche Hiob (Hiob 12:21-24) gesagt ist: <em>Er sch\u00fcttete Verachtung auf die<\/em> tyrannischen <em>F\u00fcrsten<\/em>, st\u00fcrzte sie von ihrer H\u00f6he herunter, <em>und lie\u00df sie irren in der W\u00fcste, da kein Weg ist,<\/em> gerade wie sie ihre Gefangenen in unwegsamer \u00d6de umherirren lie\u00dfen, da sie sie von einem Land ins andere jagten. Und zugleich wird je und je offenkundig, welch zarte Huld der Allm\u00e4chtige den Armen und Unterdr\u00fcckten zuwendet. Immer neu ert\u00f6nt das alte Lied: <em>Er hob den Armen aus dem Elend empor<\/em>, errettet ihn aus seiner Leidenstiefe und versetzt ihn in angenehme, gl\u00fcckliche Lebensumst\u00e4nde, <em>und mehrte sein Geschlecht wie eine Herde,<\/em> dass, die vordem einsam trauerten, wie Hiob 21:11 es schildert, gleich einer L\u00e4mmerherde ihre Buben auslassen und ihre Kinder froh sich tummeln. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Solche Wandlungen sind auf der Buchrolle der Geschichte wieder und wieder zu sehen, und in der geistlichen Erfahrung bemerken wir das entsprechende Gegenst\u00fcck: die Selbstzufriedenen werden dazu gebracht, sich selber zu verachten, und schauen sich in der unwegsamen \u00d6de ihrer Natur vergeblich nach Hilfe um, w\u00e4hrend arme, von ihrer Schuld \u00fcberzeugte Seelen der Gottesfamilie eingef\u00fcgt werden und in Sicherheit wohnen als Schafe seiner Herde.<br><br><strong>42.<\/strong> <strong><em>Solches werden die Frommen<\/em> <\/strong>(die Aufrichtigen, Luther 1524) <em>sehen und sich freuen.<\/em> Gottes Walten ist denen, die in Wahrheit zu seinem Volke geh\u00f6ren, eine Ursache der Freude; sie sehen des HERRN Hand in allem, und es ist ihnen eine Wonne, \u00fcber die Wege seiner Gerechtigkeit und seiner Gnade nachzusinnen. <em>Und aller Bosheit wird das Maul gestopft werden.<\/em> Sie muss verstummen. Gottes Walten ist oft so zwingend mit seinen Tatbeweisen, dass kein Widerreden noch Fragen mehr m\u00f6glich ist. Lange vermag freilich die Unversch\u00e4mtheit der Gottlosigkeit nicht still zu sein; aber wenn Gottes Gerichte umgehen, muss sie wohl oder \u00fcbel den Mund halten.<a href=\"https:\/\/www.evangeliums.net\/psalmenauslegung\/psalm_107.html#top\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><em><strong>43.<\/strong><\/em><\/td><td><em>Wer ist weise und beh\u00e4lt dies?<br>So werden sie merken, wieviel Wohltaten der HERR erzeigt.<\/em><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>43.<\/strong> <strong><em>Wer ist weise und beh\u00e4lt<\/em> (beachtet) <em>dies?<\/em><\/strong> <em>So werden sie merken, wieviel Wohltaten der HERR erzeigt.<\/em> Wer auf Gottes Vorsehung Acht haben will, der wird bald genug zu beachten haben. Wir tun gut, zu beobachten, was der HERR tut; denn er ist weise von Rat und m\u00e4chtig von Tat. Er hat uns Augen gegeben zu sehen, und es ist t\u00f6richt, sie zu schlie\u00dfen, wo es so viel und so Herrliches zu schauen gibt. Aber unsere Beobachtung muss auch von weiser Art sein; wir k\u00f6nnen sonst leicht uns selbst und andere verwirren, wenn wir des HERRN Walten nur hastig und oberfl\u00e4chlich betrachten und \u00fcbereilte Schl\u00fcsse ziehen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch gibt sich auf tausend Weisen die G\u00fcte des HERRN in den F\u00fchrungen der Menschenkinder zu erkennen, und wenn wir nur mit klugem Bedacht darauf merken wollen, so werden wir zu immer besserem Verst\u00e4ndnis gelangen. Die Wohltaten des HERRN mit ge\u00f6ffnetem Auge und Herzen zu betrachten und von ihnen aus die k\u00f6stliche g\u00f6ttliche Eigenschaft der Gnade tief zu verstehen, das ist eine ebenso angenehme wie n\u00fctzliche Kunst; wer es darin weit bringt, dessen Herz und Mund wird von selbst \u00fcberflie\u00dfen von den lieblichsten Liedern zu des H\u00f6chsten Ehren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Herkunft: evangeliums.net<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link has-black-background-color has-text-color has-background wp-element-button\" href=\"https:\/\/glaube.synology.me\/wordpress\/\" style=\"color:#faeb00\">Zur\u00fcck zur Startseite<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity 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