Hoffnung….
Kaum ein Thema wird in den letzten Tagen dieser Zeit mehr unter uns Brüdern und Schwestern
im Glauben an unseren Herrn Jesus Christus diskutiert, als die Entrückung. Wann werden wir zu
unserem Heiland entrückt, vor, inmitten oder nach der großen Drangsal……
Vorentrückung (Pre-Tribulation)
Mitteltrennende Entrückung (Mid-Tribulation)
oder Nachentrückung (Post-Tribulation) ???
Ich persönlich glaube an die Vorentrückung (Pre-Tribulation), da der Heilige Geist, der in uns
wohnt, den Antichrist noch zurückhält, so sagt es uns die Schrift:
Und jetzt wisst ihr, was ihn noch aufhält, bis er offenbart wird zu seiner Zeit. Denn das Geheimnis des Frevels ist bereits wirksam; nur muss der, der es jetzt aufhält, erst hinweggetan werden; und dann wird der Frevler offenbart werden. 2. Thessalonicher 2:6-8
Eine Ausarbeitung zu der Frage:
Wird die Gemeinde den Antichristen erleben?
Unter «Perspektiven» wollen wir unterschiedliche bibeltreue Christen zu verschiedenen, teils kontrovers diskutierten Fragen Stellung beziehen lassen. Wie Eisen Eisen schärft, so soll ein Bruder den anderen schärfen (Spr 27:17), auf dass wir Gläubige alle gemeinsam «zu dem hin, der das Haupt ist, Christus», wachsen (Eph 4:15).
Gehen wir beiden Möglichkeiten nach:
Nein, die Gemeinde wird den Antichristen nicht erleben
Wenn wir die Aussagen der Schrift zusammennehmen, zeigt sich, dass die Gemeinde den Antichristen nicht erleben wird. Die Offenbarung macht deutlich, dass der Antichrist in Verbindung mit der Trübsalszeit – auch Tag des Herrn genannt – auftreten wird. Und diese Trübsalszeit wird die Gemeinde nicht erleben (s. unten):
1. Die Trübsalszeit wird auch die «Angst Jakobs» oder «Drangsal Jakobs» genannt: «Wehe, denn gross ist jener Tag, ohnegleichen, und es ist eine Zeit der Drangsal für Jakob! Doch er wird aus ihr gerettet werden» (Jer 30:7). Dieser Ausdruck legt bereits nahe, für wen diese Zeit bestimmt ist, nämlich für «Jakob», das ethnische Volk Israel.
2. Wenn nun der Herr Jesus in Matthäus 24 über die Endzeit Israels spricht, dann redet Er über diese Zeit der Drangsal. Die Gemeinde als Leib Christi war zu jenem Zeitpunkt noch ein vollkommenes Geheimnis (Eph 3:4-6): «Dann wird grosse Drangsal sein, wie sie seit Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nicht wieder sein wird» (Mt 24:21).
3. Dass die Trübsalszeit Israel im Fokus hat, wird von der Tatsache unterstrichen, dass sich die sogenannte 70. Jahrwoche, in die diese Drangsalszeit fällt, nur auf das jüdische Volk bezieht: «70 Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt …» (Dan 9:24). So, wie die vorhergehenden 69 Jahrwochen ausschliesslich Israel zum Thema haben, so spricht auch die 70. Jahrwoche nur von Israel. Zwischen der 69. und 70. Jahrwoche liegt die Zeit des Gemeindezeitalters. Wenn die Gemeinde von der Erde weggenommen ist, bricht die 70. Jahrwoche für Israel an. In diese Zeit fällt das Gericht über Israel, das Auftreten des Antichristen, die geistliche Wiederherstellung Israels und die Wiederkunft Jesu in Herrlichkeit.
4. Die Gemeinde ist ausdrücklich nicht zum Zorn bestimmt; dieser gilt Israel und den ungläubigen Menschen, die Jesus ablehnen. Die Gemeinde wird nicht mehr gerichtet, weil sie bereits in Christus gerichtet ist (abgesehen vom Preisgericht). Vielmehr wird die Gemeinde als Leib Christi, dessen Haupt der Herr ist, mit Ihm zusammen die Welt und die Engel richten (1. Thess 1:10; 5:9; Röm 5:8-9; Eph 5:6; Kol 6:3; 1.Kor 6:2-3). Dieses Gericht bzw. dieser Zorn giesst sich in der Drangsalszeit aus (Offb 6:15-17). Somit können wir davon ausgehen, dass die Gemeinde bereits zum Herrn hin entrückt ist, vom Himmel her teilhat an den Gerichten und am Ende der Drangsal mit ihrem Herrn zurückkommt (Offb 19:11.14).
5. Die Gerichtszeit Gottes wird auch «Tag des Herrn» genannt. Dieser «Tag» schliesst die Trübsalszeit, die antichristliche Zeit und die Wiederkunft Jesu in Herrlichkeit mit ein. Jesus Christus und Seine Apostel haben darauf aufmerksam gemacht, das jener Tag die Welt überfallen wird wie ein Dieb in der Nacht (Mt 24:43; 1. Thess 5:2; 2.Petr 3:10). Der Apostel Paulus macht aber deutlich, dass die Gemeinde dieser Nacht nicht angehört: «Wenn sie sagen: Frieden und Sicherheit!, dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, wie die Geburtswehen über die Schwangere; und sie werden nicht entfliehen. Ihr aber, Brüder, ihr seid nicht in Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb ergreife» (1. Thess 5:3-4). Der Apostel macht nicht zuletzt aus diesem Grund einen deutlichen Unterschied zwischen «sie» und «ihr». Er redet viel darüber, dass Gemeinde Jesu allezeit durch Trübsal gehen muss, aber an keiner Stelle erwähnt Paulus, dass sie durch die grosse Trübsal des Gerichtes Gottes geht.
6. Der Tag des Herrn hängt zusammen mit dem Auftreten des Antichristen (2. Thes 2:2-3). Dieser Antichrist kann sich erst entfalten, wenn die Gemeinde als aufhaltendes Element nicht mehr vorhanden ist (2. Thes 2:6-7).
7. Dass der Tag des Herrn nicht der Gemeinde gilt, wird deutlich in 2. Thessalonicher 2:9-12: «Ihn, dessen Ankunft nach der Wirksamkeit des Satans ist, in aller Macht und allen Zeichen und Wundern der Lüge und in allem Betrug der Ungerechtigkeit denen, die verloren gehen, darum, dass sie die Liebe zur Wahrheit nicht annahmen, damit sie errettet würden. Und deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns, dass sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit.» Die Gemeinde Jesu hat die Liebe zur Wahrheit angenommen, und darum wird sie nicht durch die Zeit müssen, in der Gott die wirksame Kraft des Irrwahns zulässt.
Unter «Perspektiven» wollen wir unterschiedliche bibeltreue Christen zu verschiedenen, teils kontrovers diskutierten Fragen Stellung beziehen lassen. Wie Eisen Eisen schärft, so soll ein Bruder den anderen schärfen (Spr 27,17), auf dass wir Gläubige alle gemeinsam «zu dem hin, der das Haupt ist, Christus», wachsen (Eph 4,15).
Ja, die Gemeinde könnte den Antichristen doch erleben:
Ich persönlich würde mir auch wünschen, dass die Gemeinde vor dem Auftreten des endzeitlichen Antichristen entrückt wird, kann dies in der Bibel aber so nicht als klare Aussage finden. Daher empfehle ich allen Gläubigen, sich auf beides einzustellen: auf die durchaus jederzeit mögliche Entrückung – und auf die kommende und in manchen Ländern schon herrschende Verfolgung. Hierzu in Kürze eine Begründung in Thesenform.
1. In Offenbarung 7 lesen wir von zwei Gruppen: von 144.000 Versiegelten aus 12 Stämmen Israels (die Vollzahl der Geretteten aus Israel) – und von einer unzählbaren Schar «aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Sprachen» (die Erlösten aus den nichtjüdischen Völkern). Letztere stehen als Überwinder «mit weissen Kleidern und Palmzweigen» vor dem Thron Gottes – und über sie wird gesagt, dass sie «aus der grossen Trübsal kommen», also nicht vor ihr hinweggenommen worden sind.
2. In Offenbarung 13:7 lesen wir, dass es dem Tier aus dem Meer (Antichrist) gegeben ist, «Krieg mit den Heiligen zu führen und sie zu überwinden». Die «Heiligen» sind im Neuen Testament stets alle wiedergeborenen Christen, und zwar nicht nur aus Israel, sondern auch aus den Nationen (vgl. Röm 1:7 u.v.a.).
3. Ferner werden in Offenbarung 13:16-18 alle Gläubigen vor der Annahme des Malzeichens gewarnt und aufgerufen, die Zahl des Tieres zu berechnen, um nicht verführt zu werden. Alle diese und viele weitere Warnungen in der Offenbarung wären überflüssig, wenn die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt schon entrückt wäre.
4. Jesus Christus sagt in Matthäus 24:21-22 voraus, dass die Tage der grossen Drangsal «um der Auserwählten willen verkürzt werden». Das heisst, die Leidenszeit durch den Antichristen wird der Gemeinde nicht einfach erspart. Vielmehr kommt die Gemeinde in die Drangsalszeit hinein, wird dann aber aus ihr heraus entrückt (vgl. Offb 3:10, wo im Griechischen wörtlich von einer «Bewahrung heraus aus der Stunde der Versuchung» die Rede ist). Mit keinem Wort steht im Neuen Testament, dass sich die «Auserwählten» auf Israel beschränken würden, sondern es ist die in Christus vereinigte Gemeinde aus Israel und den Nationen gemeint (vgl. Eph 2; Röm 8:33; 16:13; 2.Tim 2:10; Tit 1:1; 2. Joh 13).
5. Gemäss 1. Korinther 15:52 geschieht die Verwandlung der am Ende noch lebenden Gläubigen «plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune». Nach dem innerneutestamentlichen Zeugnis wird das «Geheimnis» von 1. Korinther 15:51-52 in Offenbarung 10:7 und Offenbarung 11:15-19 weiter entfaltet und enthüllt – und zwar in Gestalt der siebten (= letzten) Posaune, aus der während der antichristlichen Drangsalszeit die letzte Steigerung der sieben Zornschalengerichte hervorgeht. Somit wird die Gemeinde in der Tat vor dem Zorn Gottes entrückt (vgl. 1. Thess 1:10 und 5:9) – und zwar vor den sieben Zornschalengerichten, mit denen der Zorn Gottes vollendet wird (Offb 15:1).
6. In 2. Thessalonicher 2 wird von der «Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit Ihm» (= Entrückung) geschrieben und unmissverständlich betont, dass davor «zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit (anomia) geoffenbart werden muss», also der Antichrist erscheint. Diese Reihenfolge lässt sich nicht umdrehen, ohne dem Wort Gottes Gewalt anzutun.
7. Was aber ist der oder das Aufhaltende im gleichen Kapitel? Nach meiner Erkenntnis kann damit in diesem Kontext nicht (in erster Linie) der Heilige Geist in der Gemeinde gemeint sein, denn dieser ist ja nach der Entrückung in Neubekehrten auf Erden wieder da. Die Überwinder aus Offenbarung 15:2 können nur durch den Heiligen Geist überwinden, also ist der Heilige Geist noch da. Es könnte sich eher um die noch überwiegend von christlichem Geist inspirierten Gesetze und deren Vertreter handeln, die mehr und mehr schon jetzt vor unseren Augen abgeschafft werden (z.B. Einführung der «Ehe für alle»). Diese Hinwegnahme einer christlich geprägten aufhaltenden Rechtsordnung bereitet dem antichristlichen Diktator automatisch den Weg.
8. Warum kann die Entrückung der Gemeinde trotzdem jederzeit geschehen? Weil Jesus uns zur ständigen Wachsamkeit und Wartebereitschaft ermahnt und wir keinen bestimmten Termin ausrechnen dürfen (Mt 24:36 ff.). Auch wissen wir nicht, ob die 70. Jahrwoche nach Daniel 9:27, die antichristliche Trübsalszeit, schon begonnen hat und wie weit wir in dieser Zeit schon sind.
Bleiben wir dem Herrn Jesus treu, seien wir wachsam und lassen wir uns nicht vom Antichristen und seinen Vorläufern in irgendeiner Weise verführen!
Herkunft: © 2026 Missionswerk Mitternachtsruf, www.mnr.ch





